Geld und Vermögen

Gut durch Krisenzeiten mit Dividendenaktien

Derzeit sind DividendenPapiere für Anleger günstig zu haben. Vor allem Telefonkonzerne und Versorger locken mit hohen Ausschüttungsrenditen.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:
Renditejäger sollten beim Studium des Börsenteils ihr Augenmerk auf die Kurszahlen konjunkturunabhängiger Aktien richten.

Renditejäger sollten beim Studium des Börsenteils ihr Augenmerk auf die Kurszahlen konjunkturunabhängiger Aktien richten.

© Josef Müllek/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Der massive Einbruch an den Börsen bietet langfristig orientierten Anlegern attraktive Einstiegschancen: Auch Aktien von Unternehmen mit solider Gewinnerwartung sind so stark unter die Räder gekommen, dass die Papiere nun mit hohen Dividendenrenditen aufwarten.

"Anleger können jetzt Papiere absolut robuster Gesellschaften zu absurd niedrigen Bewertungen einsammeln", sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

Dies liege daran, dass Hedge Fonds und Vermögensverwalter kaum noch auf Einzeltitel setzen, sondern ihre Börsenengagements über Exchanged Traded Funds (ETFs) erledigen.

Diese Fonds bilden ganze Indices wie den Dax, den Eurostoxx 50, den Dow Jones oder den S&P 500 exakt nach.

Hoch ist die Dividende der Aktie von France Telecom

Wegen der Eurokrise hätten diese Investoren jetzt in großem Stil ETF-Anteile abgestoßen. Dadurch mussten die Fonds Aktien aller im jeweiligen Index enthaltenen Firmen auf den Markt werfen - ungeachtet der Qualität einzelner Titel.

"Diese Ineffizienz können Anleger nun nutzen und sich dividendenstarke Papiere solider Gesellschaften unglaublich günstig ins Depot legen", so Hellmeyer.

Auch Curt Custard, Leiter Global Investment bei UBS Global Asset Management, rät zum Kauf von Titeln mit besonders hoher Ausschüttungsrendite: "Dividenden sind die wichtigsten Renditebausteine an den Aktienmärkten."

Im Fokus der Experten: Versorgungsunternehmen und Telefongesellschaften

Sollten die Börsen wegen der Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA in den kommenden Jahren seitwärts tendieren, können langfristig orientierte Anleger durch die Dividendenausschüttungen eine höhere Rendite erzielen als mit Staatsanleihen.

Im Fokus der Experten stehen vor allem Papiere von Versorgungsunternehmen und Telefongesellschaften. "Deren Dienstleistungen werden auch bei einer schwachen Konjunkturentwicklung weiter nachgefragt", sagt Dieter Thomaschowski, Geschäftsführer des Analysehauses Investment Research in Change IC.

Besonders hoch ist die Dividendenrendite der Aktie der France Telecom (ISIN: FR0000133308). "Die französische Telefongesellschaft hat ihre Dividendenankündigung von 1,40 Euro pro Aktie bestätigt", sagt Annemarie Schlüter, Analystin der Hamburger Sparkasse. Beim gegenwärtigen Kursniveau von weniger als zwölf Euro beträgt die erwartete Ausschüttungsrendite für 2012 somit mehr als elf Prozent.

Chance auf hohe Kursgewinne

Auf den Empfehlungslisten von Bank of America, Merrill Lynch und Goldman Sachs steht der italienische Energieversorger Enel (ISIN: IT0003128367). Die Dividendenrendite beträgt derzeit mehr als neun Prozent.

Zudem bestehe die Chance auf hohe Kursgewinne, wenn es an den Börsen wieder aufwärts geht, heißt es in der jüngsten Goldman-Sachs-Studie. Danach beträgt der faire Wert der Aktie 5,30 Euro - was einem Kursgewinn von 76 Prozent auf die gegenwärtige Notierung von knapp drei Euro entsprechen würde.

Aymeric de Villaret, Analyst der Société Générale, rät zum Kauf der Aktie des französischen Ölkonzerns Total. Die Dividendenrendite beträgt auf dem gegenwärtigen Kursniveau 7,4 Prozent. "Der faire Wert der Aktie liegt bei 42 Euro", sagt de Villaret. Erholt sich das Papier wieder, würden Anleger einen Kursgewinn von 35 Prozent einstreichen.

Gute Fundamentaldaten bei der Deutschen Telekom

Jochen Reichert, Analyst bei Warburg Research, rät zum Kauf der Aktie der Deutschen Telekom (ISIN: DE0005557508). Zwar hatten amerikanische Behörden jüngst den Verkauf der US-Mobilfunktochter an den US-Telekommunikationskonzern AT&T gestoppt. Die Fundamentaldaten der Gesellschaft seien jedoch gut.

Der faire Wert betrage elf Euro pro Aktie - 32 Prozent über dem gegenwärtigen Kursniveau. Für 2012 erwarten Analysten im Schnitt eine Dividende von 0,70 Euro pro Aktie - was einer Rendite von 8,4 Prozent entsprechen würde.

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