Digitale Gesundheitsanwendungen
Hausärzte setzen bei Adipositas zunehmend auf digitale Therapie
Digitale Therapien sind in der Adipositas-Therapie kein Randphänomen mehr: Die DiGA von Oviva verzeichnete im vergangenen Jahr 306.700 aktivierte Freischaltcodes. 95 Prozent wurden von Hausärzten ausgestellt.
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DiGA können beim Abnehmen unterstützen.
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Berlin. Während die DiGA-Versorgung insgesamt oft noch diskutiert wird, zeigen aktuelle Zahlen für 2025 einen massiven Akzeptanzschub in der hausärztlichen Versorgung. Die Adipositas-DiGA von Oviva ist mit 306.700 aktivierten Freischaltcodes 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 146 Prozent gewachsen (2024: 124.700, Marktanteil: 29 Prozent), heißt es in einer Mitteilung von Oviva. Das Wachstum habe laut Unternehmen einen medizinischen Grund: Adipositas sei eine der am stärksten unterversorgten chronischen Erkrankungen in Deutschland.
Zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau in Deutschland sind übergewichtig. Jeder vierte Erwachsene leidet an Adipositas. Laut Leopoldina verursacht Adipositas jährliche volkswirtschaftliche Kosten von rund 113 Milliarden Euro. Gleichzeitig fehlten flächendeckend Fachkräfte und erstattungsfähige Therapieangebote. Wer heute eine leitliniengerechte Adipositastherapie sucht, finde häufig keinen Zugang, so Oviva.
Ärztliches Vertrauen in die digitale Therapie
95 Prozent aller Verordnungen erfolgten durch Hausärztinnen und Hausärzte. Oviva sei damit fest in der vertragsärztlichen Versorgung verankert. Bereits jede vierte behandelte Person nutzt Oviva auf Basis einer Folgeverordnung.
Die Rolle der Hausärzte sei für den Therapieerfolg zentral, so das Unternehmen. Unterstützung biete der quartalsweise Therapiebericht. Dieser bereite die Fortschritte des Patienten strukturiert auf, sodass der Arzt den Erfolg (z.B. Gewichtsverlauf, Verhaltensänderungen) auf einen Blick validieren kann. Auf dieser Basis können Arzt und Patient gemeinsam über die nächsten Schritte entscheiden. So werde die DiGA integrierter Bestandteil der ärztlichen Behandlung.
Therapiebericht kommt direkt zum Arzt
Sofern der Patient einwilligt, versendet Oviva den Bericht direkt aus seinem System per KIM an die Praxis. Er lande dann direkt in der digitalen Patientenakte des Arztes. Diese Übermittlung erfolgt in der Regel einmal pro Quartal.
Unabhängig davon könne jeder Patient (wie gesetzlich für alle DiGA vorgeschrieben) ab einer Therapiedauer von sechs Wochen manuell einen Therapiebericht in der App generieren. Dieser kann als PDF heruntergeladen und dem Arzt vorgelegt werden.
Ovivas Ansatz aus Verhaltensänderung, Psychologie und Aktivität entspreche dem Goldstandard der Adipositastherapie, heißt es. Die AMODA-Studie belege, nach sechs Monaten erreichten Patientinnen und Patienten durch Oviva einen leitlinienkonformen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 5,3 Prozent. Fast jede zweite behandelte Person (46 Prozent) reduzierte ihr Gewicht um mindestens 7,5 Prozent. (mn)





