Klinik-Management

Heidelberg: RS-Viren auf Krebsstation - Tote

Auf zwei Krebsstationen sowie auf der Intensivstation der Uniklinik Heidelberg sind in den vergangenen Wochen gehäuft RSV-Infektionen aufgetreten. Drei Patienten sind gestorben. Die Ursache der Quelle ist noch unbekannt.

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Uniklinik Heidelberg: Todesfälle nach RSV-Infektionen.

Uniklinik Heidelberg: Todesfälle nach RSV-Infektionen.

© Ronald Wittek / dpa

HEIDELBERG (eis/bp). Das RS Virus (Respiratory Syncytial-Virus) ist seit Anfang des Jahres bei 19 Patienten auf zwei Krebsstationen und der Intensivstation festgestellt worden. Dies sei eine ungewöhnliche Häufung.

"Normal sind Einzelfälle", sagte eine Sprecherin der Universitätsklinik. Der Ursprung der Infektionen sei unklar, man habe die Infektionswelle dem Gesundheitsamt gemeldet.

Den meisten Patienten gehe es gut, zwei der Infizierten seien inzwischen wieder entlassen worden.

Drei Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen seien möglicherweise an dem für die meisten Menschen harmlosen Erkältungsvirus gestorben.

"Wir haben die Situation im Griff, niemand ist bedroht", so die Sprecherin des Krankenhauses. Seit dem 17 Januar sei kein neuer infizierter Patient dazugekommen.

Großer Test auf RSV

"Die drei jetzt gestorbenen Patienten hatten alle mehrere Jahre an fortgeschrittenem Krebs gelitten und eine Blutzelltransplantation hinter sich", so Professor Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin V - Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie bei einer Pressekonferenz.

Einer der Patienten habe eine schwere Abstoßungsreaktion nach einer Fremdspende-Blutstammzelltransplantation gehabt und sei schon seit mehreren Wochen schwer krank gewesen.

Zur Vorsicht sind an der Heidelberger Klinik jetzt nach den Angaben etwa 200 Mitarbeiter und 70 Patienten auf das Virus getestet worden.

Nur einen weiteren Virusträger habe man dabei entdeckt. Dabei handele es sich um einen "schwach infizierten" Mitarbeiter, der momentan nicht im Dienst sei.

Wie weiter berichtet worden ist, sind in Kooperation mit dem Gesundheitsamt, dem Landesgesundheitsamt und dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zusätzliche Hygienemaßnahmen veranlasst worden.

Lerneffekt für andere Kliniken

Die Mitarbeiter müssen demnach unter anderem Mundschutz und Schutzkleidung tragen. "Irgendwo muss eine Verbreitung stattgefunden haben", so die Sprecherin. Ob man die Ursache finde, sei aber völlig offen.

"Wir können bis heute noch nicht beantworten, wie es überhaupt zu den Infektionen kommen konnte", sagte Professor Peter Nawroth, der Kommissarische Leitende Ärztliche Direktor des Klinikums.

Das RKI sei der richtige Partner um diese Frage aufzuklären. Auch für andere Kliniken könne die Aufklärung der Infektionswege einen Lerneffekt haben.

Infektionen mit RSV sind im Winter häufig. Der Erreger kann ähnlich wie Influenza Ausbrüche verursachen.

Die Infektionen führen in der Bevölkerung meist zu Erkältungskrankheiten, die folgenlos ausheilen. Für Frühgeborene und schwer kranke Patienten, deren Immunsystem stark geschwächt ist, sind sie jedoch potenziell lebensgefährlich.

Ein Ärztemerkblatt RSV-Infektionen gibt es unter www.rki.de unter "Infektionskrankheiten A-Z"

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