Biosimilars

Hexal wirbt mit voller Pipeline

Drei Biosimiliars des Unternehmens Hexal sind bereits auf dem Markt, weitere fünf sind in der Pipeline. Biosimilars seien eine qualitiativ hochwertige Alternative zu Biologika, so das Pharmaunternehmen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Hexal setzt weiterhin auf Biosimiliars: "Bis zum Jahr 2020 werden Erstanbieterbiologika mit insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar Umsatz ihren Patentschutz verlieren", sagte Dr. Jörg Windisch, Chief Science Officer von Hexal.

Hexal verfüge mit drei vermarkteten Biosimilars und fünf in klinischer Entwicklung über die weltweit führende Pipeline, betonte Windisch. Rituximab, Etanercept und Adalimumab seien in Phase-III-Studien.

Der Experte warnte, dass weltweit der Patientenzugang zu Biologika aufgrund der hohen Produktionskosten gefährdet sei. Biosimilars seien qualitativ hochwertige Alternativen, die bereits heute helfen, den Patientenzugang zu Biologika zu erweitern.

Zudem könnten sie in den nächsten sechs Jahren erhebliche Einsparungen für das Gesundheitssystem bringen. Schließlich seien sieben der zehn umsatzstärksten Arzneimittel Biologika. Diese verursachten ständig steigende Kosten.

Umsatzträchtiger Markt

Biosimilars gelten als Umsatzbringer der Zukunft. Bislang sei davon jedoch wenig zu merken, so Kritiker. Mittelfristig rechnen Analysten aber mit rapidem Marktwachstum.

Erst kürzlich prognostizierten Experten, der weltweite Umsatz werde sich von derzeit 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2019 auf dann 24 Milliarden Dollar vervielfachen.

Biosimilars sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Sie sind Folgepräparate von Biopharmazeutika, deren Patent abgelaufen ist.

"Diese Arzneimittel bieten neue innovative Wirkansätze und werden beispielsweise zur Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose oder Diabetes eingesetzt", betonte Windisch.

70 bis 100 Millionen Dollar kostet die Entwicklung

Doch auch die Kosten für Entwicklung und Produktion von Biosimiliars sind hoch: Laut den Angaben von Hexal dauert die Entwicklung etwa sieben bis zehn Jahre und kostet etwa 70 bis 100 Millionen US-Dollar.

Aber wenn die Wettbewerbsbedingungen kostendeckende Preise ermöglichten und so Anreize für die Biosimilar-Herstellung setzten, dann böten Biosimilars ein außerordentlich hohes Einsparpotenzial: Nach Berechnungen des Berliner IGES-Instituts kann die gesetzliche Krankenversicherung bis zum Jahr 2020 Ausgaben in Höhe von 8,1 Mrd. Euro vermeiden, wenn statt Biopharmazeutika Biosimilars verwendet werden.

Hexal kann bereits auf eine langjährige Erfahrung mit Biosimilars zurückblicken: Im August 2007 hatte das Unternehmen die EU-Zulassung für Epoetin alfa Hexal. das erste komplexe Erythropoetin-Biosimilar, erhalten.

Im Jahr darauf brachte Hexal das Produkt auf den Markt. Die Zulassung für den Granulozytenkoloniestimuliernden Faktor Filgrastim Hexal folgte im Februar 2009. Hexal habe somit eine Vorreiterrolle bei Biosimiliars, so Windisch.

Seit 1996 entwickle und produziere Hexal biopharmazeutische Arzneimittel. Seit 2005 geschehe dies im Verbund mit Sandoz, dort werde bereits seit den 1980er Jahren mit Biopharmazeutika gearbeitet. (sun)

Mehr zum Thema

Anlage-Kolumne

Klassische Wert-Kriterien nicht vergessen

Telematikinfrastruktur

Konnektor in der Cloud als Praxis-Back-up

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Bundestag diskutiert darüber, ob eine Corona-Impfpflicht eingeführt werden soll. Die Öffentlichkeit spürt sehr wohl, dass die Politik im Nebel stochert.

© Jens Krick / picture alliance / Flashpic

Kommentar zur Corona-Impfpflicht

Die Debatte ist der Anreiz, nicht die Pflicht

Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Blick in den Wartebereich einer Notfallambulanz: Künftig sollen Patienten bereits vorab via Ersteinschätzung in den richtigen Versorgungsbereich vermittelt werden.

© Bernd Settnik / ZB / picture alliance

Neuer Reformvorschlag

Digitaler Tresen soll Notfallreform retten