Digital Health

Investoren lieben US-Firmen

2018 war in Sachen Risikofinanzierung bis dato das beste Jahr für Startups im Digital-Health-Geschäft.

Veröffentlicht: 16.01.2019, 11:01 Uhr

AUSTIN. Die globale Risikofinanzierung junger Digital-Health-Firmen hat 2018 einen neuen Rekordwert erreicht: Rund 9,5 Milliarden Dollar – 32 Prozent mehr als im Vorjahr – haben Venture-Capital-Geber in die Branche investiert, wie der US-Marktforscher Mercom Capital Group zu Wochenbeginn mitteilte.

Einschließlich Schulden und Geldaufnahme über die Börsen sei die Unternehmensfinanzierung in Sachen Digital Health sogar um 58 Prozent auf 13 Milliarden Dollar geklettert.

Damit hält der anhand der Mercom-Zahlen seit 2014 erkennbare starke Fördertrend an. Damals verzeichneten die texanischen Marktforscher im Jahreswechsel mehr als eine Verdoppelung der weltweiten Unternehmensfinanzierungen im Digital-Health-Sektor (von 2,2 auf 4,7 Milliarden Dollar).

Wenig überraschend floss mit 7,0 Milliarden Dollar der Löwenanteil 2018 in US-Unternehmen. Startups mit Sitz in anderen Ländern erhielten laut Mercom 2,5 Milliarden Dollar. Seit 2010 hätten Digital-Health-Anbieter damit insgesamt 35 Milliarden Dollar Anschubgelder aufgenommen und weitere 12 Milliarden mittels Schulden oder Kapitalerhöhungen und Börsengängen eingenommen.

Mengenmäßig würden Finanzierungsrunden nach wie vor Merger-Deals und Börsengänge „weit hinter sich lassen“, kommentiert Mercom-CEO Raj Prabhu. Ausstiegs-Vorhaben der Fondsgesellschaften stellten für die jungen Digital-Health-Unternehmen daher „weiterhin eine große Herausforderung dar“.

Entwickler von Gesundheits-Apps auf Platz zwei

Am stärksten profitierten voriges Jahr von Risikokapital mit 2,1 Milliarden Dollar Startups, die sich mit Datenverarbeitung („Big Data“) befassen. An zweiter Stelle rangieren Entwickler von Gesundheits-Apps (1,3 Milliarden Dollar), und an dritter Anbieter telemedizinischer Konzepte (1,1 Milliarden).

Kumuliert seit 2010 belegen allerdings App-Entwickler mit 4,9 Milliarden Dollar Platz 1. bei der Frühfinanzierung, gefolgt von Datensammlern (4,7 Milliarden Dollar) und Telemed-Anbietern (3,2 Milliarden).

Als größte Einzelinvestition weist Mercom für 2018 die 300 Millionen Dollar schwere Beteiligung von GlaxoSmithKline an dem kalifornischen Gendiagnostik-Anbieter 23andMe aus.

 Knapp dahinter mit 291 Millionen Dollar die Finanzierung der Telemed-Company American Well (u.a. Arztsuche oder Fernsprechstunde); die Geldgeber sind in Gänze nicht öffentlich gemacht worden. Anfang 2018 hatte das Bostoner Unternehmen eine Beteiligung der Allianz-Gruppe über 59 Millionen Dollar bekannt gegeben.

Die drittgrößte Venture-Finanzierung erhielt mit 250 Millionen Dollar die Butterfly Network Inc., Anbieter einer cloudbasierten Ultraschalldiagnostik für Endverbraucher. Neben etlichen Venturefonds ist Mercom zufolge auch die Bill & Melinda Gates Stiftung bei Butterfly mit im Boot. (cw)

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