Anlagen-Kolumne

Investoren sehen 2013 klarer

Veröffentlicht:

Gottfried Urban

Zu Beginn des neuen Jahres stellen wir nüchtern fest: Die Welt ist nicht untergegangen. Die USA sind nicht von der fiskalischen Klippe gestürzt. Und die Währungsunion besteht allen Unkenrufen zum Trotz weiter.

In Anbetracht der Schlagzeilen aus dem Jahr 2012 mag man es gar nicht fassen, dass der DAX rund 30 Prozent zulegen konnte. Hätten Anleger nach den Empfehlungen der Schwarzseher gehandelt, wäre der Aufschwung an den Aktienmärkten spurlos am Depot vorbeigegangen.

Sie würden ihr gesamtes Vermögen noch immer auf Tagesgeldkonten zu Minizinsen parken. Doch was können Investoren von 2013 erwarten?

Das Bild ist viel klarer als noch vor zwei Jahren. Mario Draghi und die europäischen Staatschefs werden den Euro verteidigen - komme, was wolle.

Das Thema Staatsschulden bleibt akut, wirkt in der Relation aber nicht bedrohlich: Verglichen mit der Situation in den USA und Japan mutet die Schuldenlast Deutschlands zumindest wenig dramatisch an.

Ein Mittel für die Entschuldung ist zudem längst gefunden: Die Inflationsrate bleibt im geldpolitischen Rahmen. Parallel wird der Zins für die nächsten Jahre an der Nulllinie, also deutlich unter der Inflationsrate, gehalten.

Die deutschen Sparer werden auf diese Weise schleichend enteignet und sind dabei scheinbar glücklich und die Schuldenpolitiker können frohlocken.

Es wird auch Rückschläge geben

Ach wenn das Jahr für Frankreich, Spanien oder Italien unangenehm werden könnte und eine schrumpfende Wirtschaft zu weiteren deutschen Rettungseinsätzen führen wird: In China und vielen anderen Ländern außerhalb Europas stehen die Zeichen wieder auf Wachstum.

Außerhalb Europas ist die Rezession überwunden, die Weltwirtschaft wird wieder Schwung aufnehmen. Selbst der Etatstreit in den USA wird diese Entwicklung nicht bremsen können.

Wichtigster Motor dafür werden für mindestens zwei Jahrzehnte fundamentale Grundkräfte der Wirtschaft sein: die stark zunehmende Zahl der Erwerbsbevölkerung in Asien, Afrika und Lateinamerika und eine neue ökonomische Grundlage, getragen vom Wissenstransfer und Handel über das Internet bis ins letzte Dorf der Welt.

Wer 2013 Anlageerfolg haben will, hat letztlich keine Wahl: Er muss mehr riskieren und in Sach- und Substanzwerte wie Aktien investieren.In den vergangenen fünf Jahren sahen sich Investoren gezwungen, ihr Vermögen von stark schwankenden Anlageformen in Sicherheit umzuschichten.

Doch sichere Anlagen wurden dadurch extrem überteuert. Wer in erstklassige Zinspapiere investiert, wird über Jahre Verluste erleiden. Der Zinsmarkt ist als Konkurrenz zum Aktienmarkt ein Totalausfall. Dennoch werden dort Unsummen von Geldern gebunkert.

Durch die Politik des billigen Geldes werden wir in den nächsten Jahren massive Umschichtungen zu mehr Risiko erleben. Das wird die Preise der Risikoanlagen nach oben treiben. Einige noch zurückgebliebene Aktienmärkte könnten dabei besonders interessant werden.

Dazu zählt auch Österreich. Mit Schwellenländeraktien kann das Thema Konjunkturaufschwung, Konsum und Rohstoffe gespielt werden. Doch 2013 wird es auch wieder Rückschläge geben. Wer das nicht verkraften kann, muss sich mit einem Zins unter der Inflationsrate begnügen.

Mehr zum Thema

Jahresbericht

Mehr Rente für Ärzte in Westfalen-Lippe

Platow Empfehlung

Fortec zeigt sich stark positioniert

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
„Zeitnahe ärztliche Behandlung“ in Gefahr? Der Streit um das geplante Aus der Neupatientenregelung für Praxen dauert an.

© ArtmannWitte / stock.adobe.com

TSVG-Neupatientenregelung

KBV ruft Arztpraxen auf: Protestbrief gegen Sparpläne unterzeichnen

Wird immer wieder von Patienten nachgefragt: Akupunktur bei Schmerzen.

© Max Tactic / stock.adobe.com

Daten von 44 Studien

Metaanalyse bestätigt: Akupunktur reduziert Kreuzschmerzen

Bei Herzinsuffizienz soll laut Leitlinien eine Therapie mit vier Standardmedikamenten angestrebt werden.

© freshidea / stock.adobe.com

Aktuelle Empfehlungen

Herzschwäche: SGLT2-Hemmer sind neue Säule der Therapie