Direkt zum Inhaltsbereich

Medizinklimaindex

Jeder zweite Hausarzt erwartet wirtschaftlich nichts Gutes

Hausärzte bewerteten, noch vor Beginn der Corona-Pandemie, ihre wirtschaftliche Situation so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Veröffentlicht:

Hamburg. Bis das Corona-Virus in den Praxen andere Themen überlagerte, waren Ärzte mit ihrer wirtschaftlichen Situation zwar relativ zufrieden, erwarteten aber eine schlechtere wirtschaftliche Lage. Dies zeigt der jetzt veröffentlichte Medizinklima-Index (MKI) der Hamburger Stiftung Gesundheit, der vom 17. Februar bis 02. März erhoben wurde. Mit einem Wert von minus 2,3 liegt der MKI deutlich unter dem von vor sechs Monaten (minus 0,5).

Für den MKI lässt die Stiftung Gesundheit Haus- und Fachärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten befragen. Von ihnen schätzen 38 Prozent die aktuelle wirtschaftliche Lage als gut, 50 Prozent als befriedigend und zwölf Prozent als schlecht ein. Eine günstigere Entwicklung erwarten nur 9,5 Prozent, 40 Prozent dagegen rechnen mit einer Verschlechterung. In den Gesamtwert fließen die Bewertungen der aktuelle und der künftigen Lage ein.

Allerdings gibt es zwischen den einbezogenen Berufsgruppen große Unterschiede. Während die psychologischen Psychotherapeuten auf einen Wert von plus 25 kommen, liegt der MKI für Zahnärzte bei minus 17,6.

Pessimistische Zukunftserwartung

Die Ärzte liegen dazwischen: Hausärzte sind aktuell sehr pessimistisch und kommen auf einen MKI von minus 9,1, Fachärzte auf einen Wert von minus 2,9. Die schlechte Bewertung der wirtschaftlichen Aussichten der Hausärzte ist bemerkenswert. Für sie ist dies der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre – insbesondere hervorgerufen durch eine pessimistische Zukunftserwartung: 44 Prozent der befragten Hausärzte erwarten eine Verschlechterung ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation.

Bis vor einem Jahr hatten die Hausärzte fast durchgängig optimistisch in die Zukunft geblickt. Bei den Fachärzten liegt der Wert zwar selten im Plusbereich, hat sich aber im Vergleich zur Erhebung vor sechs Monaten (minus 0,7) aber noch einmal verschlechtert. Die Ursachen für die Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Situation werden in der Abfrage nicht erhoben. (di)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram