Medizinklimaindex

Jeder zweite Hausarzt erwartet wirtschaftlich nichts Gutes

Hausärzte bewerteten, noch vor Beginn der Corona-Pandemie, ihre wirtschaftliche Situation so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Veröffentlicht: 08.04.2020, 13:26 Uhr

Hamburg. Bis das Corona-Virus in den Praxen andere Themen überlagerte, waren Ärzte mit ihrer wirtschaftlichen Situation zwar relativ zufrieden, erwarteten aber eine schlechtere wirtschaftliche Lage. Dies zeigt der jetzt veröffentlichte Medizinklima-Index (MKI) der Hamburger Stiftung Gesundheit, der vom 17. Februar bis 02. März erhoben wurde. Mit einem Wert von minus 2,3 liegt der MKI deutlich unter dem von vor sechs Monaten (minus 0,5).

Für den MKI lässt die Stiftung Gesundheit Haus- und Fachärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten befragen. Von ihnen schätzen 38 Prozent die aktuelle wirtschaftliche Lage als gut, 50 Prozent als befriedigend und zwölf Prozent als schlecht ein. Eine günstigere Entwicklung erwarten nur 9,5 Prozent, 40 Prozent dagegen rechnen mit einer Verschlechterung. In den Gesamtwert fließen die Bewertungen der aktuelle und der künftigen Lage ein.

Allerdings gibt es zwischen den einbezogenen Berufsgruppen große Unterschiede. Während die psychologischen Psychotherapeuten auf einen Wert von plus 25 kommen, liegt der MKI für Zahnärzte bei minus 17,6.

Pessimistische Zukunftserwartung

Die Ärzte liegen dazwischen: Hausärzte sind aktuell sehr pessimistisch und kommen auf einen MKI von minus 9,1, Fachärzte auf einen Wert von minus 2,9. Die schlechte Bewertung der wirtschaftlichen Aussichten der Hausärzte ist bemerkenswert. Für sie ist dies der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre – insbesondere hervorgerufen durch eine pessimistische Zukunftserwartung: 44 Prozent der befragten Hausärzte erwarten eine Verschlechterung ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation.

Bis vor einem Jahr hatten die Hausärzte fast durchgängig optimistisch in die Zukunft geblickt. Bei den Fachärzten liegt der Wert zwar selten im Plusbereich, hat sich aber im Vergleich zur Erhebung vor sechs Monaten (minus 0,7) aber noch einmal verschlechtert. Die Ursachen für die Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Situation werden in der Abfrage nicht erhoben. (di)

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