Direkt zum Inhaltsbereich

Digitale Gesundheitsanwendungen

KVB-Vorstand warnt vor Gesundheits-Apps

Patienten könnten zu „Versuchskaninchen“ von App-Programmierern werden, fürchtet der KVB-Vorstand. Kurz vor Zulassung der ersten DiGA warnen die Bayern vor den neuen Anwendungen.

Veröffentlicht:
Alles sicher? Der Vorstand der KV Bayerns gibt sich skeptisch, was die neuen Digitalen Gesundheitsanwendungen angeht, die demnächst per Kassenrezept verordnet werden können.

Alles sicher? Der Vorstand der KV Bayerns gibt sich skeptisch, was die neuen Digitalen Gesundheitsanwendungen angeht, die demnächst per Kassenrezept verordnet werden können.

© a-image / Getty Images / iStock

München. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mahnt zur Vorsicht bei der Nutzung und Verordnung Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Form von Apps auf dem Smartphone.

„Bei den Gesundheits-Apps, die künftig von den Ärzten und Psychotherapeuten verordnet oder von den Krankenkassen veranlasst und von diesen auch erstattet werden können, sehen wir das große Problem der Intransparenz in Bezug auf Qualität und Datenschutz“, so Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp als Vorstand der KVB. „Die Patienten dürfen nicht zu ‚Versuchskaninchen‘ der IT-Industrie und der App-Programmierer gemacht werden“, so die KVB-Vorstandsriege.

Die Patienten sollten bei der Nutzung der Apps dringend darauf achten, dass sie nicht leichtfertig hochsensible Gesundheitsdaten preisgeben, die von den Anbietern der Apps eventuell für kommerzielle Zwecke verwendet werden könnten.

Haftungsrisiko ungeklärt

Verknüpft wird diese Warnung mit dem Hinweis, dass Gesundheits-Apps nicht Bestandteil einer leitliniengerechten, qualitätsgesicherten und evidenzbasierten medizinischen Versorgung der Patienten seien. Es bestehe keine Pflicht für Ärzte, solche Apps zu verordnen.

Kritisch sei auch der Stand der Haftungsfrage. Denn aus Sicht des KVB-Vorstands ist bis dato noch längst nicht geklärt, wer das Haftungsrisiko trägt, falls die eingesetzte App beispielsweise nicht die korrekten oder auch widersprüchliche Daten liefert. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) solle daher nur Gesundheits-Apps zulassen, deren Sicherheit und bedenkenlose Anwendung garantiert werden können. (bfe)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Gesundheitspolitik

HPV-Impfung verhindert Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle fürs Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Ein roter Stift vor einem Taschenrechner.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Einsparungen beschlossen

Wegen Spargesetz: KV Berlin ändert Honorarverteilung und streicht Förderung