Arzneimitteltherapie-Management

KVWL sucht Hausärzte für Projekt AdAM

Die KV Westfalen-Lippe wirbt bei Hausärzten für AdAM. Das Projekt biete eine "historische Chance".

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 16.07.2018, 10:06 Uhr

DORTMUND. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wirbt bei Hausärzten um die Teilnahme an ihrem Projekt zur Optimierung der Arzneimitteltherapie bei multimorbiden Patienten. Bislang beteiligen sich 550 Hausärzte an AdAM (Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management). "Wir würden gern auf 1000 kommen", sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller bei der Vertreterversammlung in Dortmund. Eine Einschreibung ist noch bis Ende August möglich.

AdAM ist ein über drei Jahre laufendes Gemeinschaftsprojekt der KVWL und der Barmer und wird mit Mitteln des Innovationsfonds gefördert. Eine spezielle Software liefert Ärzten auf Basis der Kassendaten einen Überblick über alle den Patienten verordneten Medikamente sowie weitere therapierelevante Informationen. Die Hausärzte erhalten auf einfache Art Hinweise zu Fehldosierungen, Kontraindikationen oder Interaktionen. Sie können Patienten einschreiben, die über zwei Quartale mindestens fünf Wirkstoffe verordnet bekommen haben.

Eine ausführliche Testphase sei abgeschlossen, berichtete Müller. "Die Software läuft mittlerweile stabil." Die KVWL kooperiert mit dem Deutschen Hausärzteverband, der für die Teilnahme geworben hat.

Das Projekt biete eine "historische Chance" warb Müller für AdAM. Die Ärzte erhielten sowohl Daten als auch zusätzliche Honorarmittel von den Krankenkassen. Besonders wichtig ist ihm: "Kosten für Arzneimittel werden in Honorarmittel umgewandelt." In den drei Jahren fließen 6,9 Millionen Euro an zusätzlichem ärztlichen Honorar nach Westfalen-Lippe.

AdAM helfe, die Therapie der Patienten unter Nutzung der digitalen Möglichkeiten zu optimieren. "Hausärzte aus Westfalen-Lippe investieren Arbeit in Qualität und Innovation", so Müller. Langfristig wird das Projekt nicht nur Versicherten der Barmer offen stehen, hofft er. "Wir haben hier eine echte Innovation, die wir uns nicht aus den Händen nehmen lassen sollten." (iss)

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