Anlagen-Kolumne

Keep it simple and stupid

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Sollen Anleger jetzt lieber noch eine Amazon-Aktie kaufen oder in billige Ölpapiere einsteigen? Wäre das abgestürzte Volkswagen-Papier eine Spekulation wert oder sind Goldminenaktien die nächste große Chance?

Viele Investoren orientieren sich nicht an nachhaltigen Strategien. Sie sammeln peu à peu Aktien oder Aktienfonds von Gesellschaften ein, die zu einer gewissen Zeit sozusagen "in Mode" waren oder vielleicht gerade wegen Sondereffekten "total billig" sind. So entsteht ein Depot im Themen-Mix vergangener Jahre.

Viele Anleger konzentrieren sich meist auf die Story der einzelnen Aktie und sehen jedes Investment isoliert. Ein Wertpapierdepot ist jedoch als Gesamtheit zu sehen, wodurch der Anleger in Strategien und nicht in Einzeltitel denken sollte. "Keep it simple and stupid!"

Diese "KISS-Prinzip" genannte Maxime, man glaubt es kaum, bringt auch beim Aktieninvestment hohen Nutzen. So konnte man in der Vergangenheit mit relativ einfachen Methoden erfolgreich sein, auch ohne intensives Studium von Unternehmenskennzahlen. Nachweislich erfolgreich zum Beispiel: Kaufe nur Aktien globaler Unternehmen, die die stärksten Marken der Welt mit hohen Wettbewerbsvorteilen in nichtzyklischen Branchen besitzen.

Ein alter Börsenexperte erzählte mir, dass er nur Aktien kauft, deren Geschäftsmodell er versteht und die bereits mindestens 100 Jahre alt sind, also zwei Weltkriege überlebt haben. Oder es kommen nur Werte in ein Depot, die seit zwanzig Jahren und länger jedes Jahr die Dividende gehalten oder erhöht haben.

Dabei ist stets auf eine genügend große Streuung in Regionen und Branchen zu achten.

Wer über die Zeit bestätigte Strategien konsequent umsetzt, ohne auf Nebengeräusche und kurzfristige Moden zu hören, wird in der Regel zu den Gewinnern zählen. - Die Einzelaktie sollte immer Teil der Strategie sein, die man für sich festgelegt hat.

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