150 Jahre Vollversorger

Kieler Klinik gut aufgestellt

Mehr als 50.000 Menschen werden jährlich im Städtischen Krankenhaus Kiel behandelt. Dass das Krankenhaus trotz der Konkurrenz durch das Uniklinikum Schleswig-Holstein zum Jubiläumsjahr positiv in die Zukunft blickt, verdankt es auch den niedergelassenen Partnern.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht: 12.08.2015, 12:08 Uhr

KIEL. "Unser Städtisches" wird das Städtische Krankenhaus Kiel von der Bevölkerung in der nördlichsten Landeshauptstadt genannt. Zum 150-Jährigen Jubiläum des Hauses bekamen die Einrichtung und die 1700 Mitarbeiter hohes Lob für vergangene und gegenwärtige Leistungen.

So hob Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer etwa die landesweit stärkste Geburtsklinik heraus, zu der sich das Städtische entwickelt habe. Entscheidend für ihn ist aber das Gleichgewicht zwischen medizinischem Knowhow und der Fürsorge, das er im Städtischen gewahrt sieht.

Kämpfer ging aber auch auf das oft von Spannungen gekennzeichnete Verhältnis zum benachbarten Universitätskrankenhaus Schleswig-Holstein (UKSH) ein, das er mit dem Verhältnis von Geschwistern verglich, die sich "gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen".

"Moderner, leistungsfähiger und selbstbewusster"

Klinik-Verwaltungschef Dr. Roland Ventzke sieht das Haus heute dank der motivierten Mitarbeiter "moderner, leistungsfähiger und selbstbewusster denn je". Mehr als 50.000 Menschen werden inzwischen jährlich im Haus behandelt. Zu dieser positiven Entwicklung haben laut Ventzke neben den eigenen Mitarbeitern zahlreiche Partner beigetragen.

Hierzu zählen auch das örtliche Praxisnetz und die niedergelassenen Ärzte in Kiel, die unter anderem über die KV-Anlaufpraxis im Haus seit Jahren eng mit dem Städtischen zusammenarbeiten.

Das UKSH wird nach diesem Jahr nicht mehr vertraglicher Kooperatiosnpartner sein - eine langjährige Vereinbarung über eine gemeinsame Raumnutzung auf dem Gelände des Städtischen wurde nicht verlängert.

In das Jubiläum geht das Haus mit einem fast abgeschlossenen Umbau - noch in diesem Jahr wird der neue Westflügel eingeweiht - und mit einem Generationswechsel in der Führungsmannschaft. Viele neue Chefärzte sind bereits gekommen, zwei Wechsel stehen in diesem Jahr noch an.

Ventzke sieht das Haus als kommunalen Vollversorger, der für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt ist.

Der Ärztliche Direktor Dr. Markus Kuther ging in seiner Festrede auf die lange Geschichte des Hauses ein und warnte vor einer "Allianz des Messens und der Ökonomie" in der Medizin. "Der erkrankte Mensch ist kein skalierbares Stückgut.

Der Mensch als Patient will begriffen werden", sagte Kuther, der in diesem Zusammenhang die Qualitätsoffensive der Krankenkassen kritisierte und sich gegen eine einseitige Betrachtung aus dem Blickwinkel der Ökonomie und Effizienz aussprach.

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