Brandenburg

Kliniken bereiten Angehörige auf Pflege vor

In Brandenburg sollen Angehörige frühzeitig auf eine spätere Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds vorbereitet werden. Der Landtag hat grünes Licht gegeben.

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Noch in der Klinik: In Brandenburg sollen Angehörige künftig bereits in der Klinik auf die Pflegebedürftigkeit vorbereitet werden.

Noch in der Klinik: In Brandenburg sollen Angehörige künftig bereits in der Klinik auf die Pflegebedürftigkeit vorbereitet werden.

© Fernando Baptista / imago

POTSDAM (ami). Familiäre Pflege soll in Brandenburg mehr und vor allem früher Unterstützung finden. Einen entsprechenden Antrag der Regierungsfraktionen SPD und Linke hat der Brandenburger Landtag einstimmig angenommen.

Mit sogenannten Initialpflegekursen sollen Angehörige bereits dann erreicht werden, wenn die Pflegebedürftigkeit entsteht.

Diese neuartigen Kurse sollen in Krankenhäusern angeboten werden. Sie zielen darauf, die Teilnehmer auf die Pflegesituation vorzubereiten, und zwar nicht nur praktisch-technisch, sondern auch psychosozial.

Die Kurse wurden im Rahmen eines Modellprojekts der Universität Bielefeld entwickelt und sollen in Brandenburg nun in der Regelversorgung umgesetzt werden.

Die Landesregierung will dazu auf die Pflegekassen hinwirken, dass sie die neuartigen Pflegekurse flächendeckend und kontinuierlich anbieten.

Nicht schnell in die Pflege abschieben

Geplant ist zudem, dass die Kurse mit lokal vernetzten Beratungen verknüpft werden. Diese neuen Hilfestrukturen wiederum sollen mit den 19 Pflegestützpunkten im Flächenland verbunden werden.

Ein "ganz wichtiger Schritt" ist das Vorhaben aus Sicht der gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD im Brandenburger Landtag, Sylvia Lehmann.

Nach ihren Angaben werden derzeit rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen zuhause betreut. Gerade die Krankenhausentlassung werde oft zu einem "krisenhaften Übergang", so Lehmann.

"Besonders hier müssen wir besser werden, indem wir das Krankenhauspersonal zu Pflegetrainern für Angehörige und Freunde weiterbilden", sagte sie.

Die SPD-Gesundheitsexpertin wandte sich zudem dagegen, dass Pflegebedürftige frühzeitig aus Kliniken entlassen werden.

"Ein schnelles Abschieben in die häusliche Pflege darf es bei allem Verständnis für ökonomische Zwänge nicht geben", so Lehmann.

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