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Kliniken haben Nachholbedarf bei CIRS

Jede zweite Klinik verfügt über ein Fehlermeldesystem. Das ist nicht genug, sagen Patientenvertreter.

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Vorsicht Bombe: Bei Behandlungsfehlern helfen Meldesysteme.

Vorsicht Bombe: Bei Behandlungsfehlern helfen Meldesysteme.

© kebox / fotolia.com

BERLIN (wul). Knapp jedes zweite Krankenhaus in Deutschland verfügt mittlerweile über ein eigenes Fehlermeldesystem (CIRS/Critical Incident Reporting System).

Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter rund 1800 deutschen Kliniken mit jeweils mehr als 50 Betten, die Mitte März veröffentlicht werden soll.

"Allerdings sind CIRS in vielen Kliniken noch nicht flächendeckend, sondern zunächst nur in einzelnen Abteilungen etabliert", räumte Dr. Bernd Metzinger von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) im Rahmen des 2. CIRS-Forum in Berlin ein.

Laut Studie sind die Systeme zur Meldung der "Beinahefehler" und Komplikationen in Krankenhäusern, in Deutschland durchschnittlich zwei Jahre alt.

CIRS mit Leben füllen

"Die breite freiwillige Einrichtung von CIRS deutet darauf hin, dass verpflichtende Register nicht notwendig sind, damit Kliniken sich für mehr Patientensicherheit engagieren", kommentierte Dr. Christian Thomeczek, Geschäftsführer des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

Es sei deshalb wichtig, dass CIRS freiwillig, anonym und sank tionsfrei bleibe. Nur so werde die Sicherheitskultur gestärkt.

Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) Hedwig François-Kettner zeigte sich ebenfalls zufrieden mit den Umfrageergebnissen. Mittelfristig müssten aber alle Krankenhäuser über ein CIRS verfügen, forderte sie.

CIRS mit Leben zu füllen sei in erster Linie die Aufgabe der Klinikführung. Die Verantwortlichen müssten ein Klima aufbauen, in dem die Mitarbeiter ihre Fehler eingestehen können, ohne an den Pranger gestellt zu werden.

Außerdem trage eine CIRS-Implementation nur Früchte, wenn sie systematisch angegangen und realisiert werde - zum Beispiel mit Mitarbeiter-Schulungen.

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