Bayern

Kliniken wollen nicht "Lückenbüßer" sein

Ambulante fachärztliche Versorgung im Krankenhaus? Das können sich die Kliniken in Bayern zwar vorstellen, fordern dafür aber stabile Rahmenbedingungen. "Feuerwehr" sei man nicht, so der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft.

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MÜNCHEN. Wenn Krankenhäuser in der ambulanten Versorgung tätig werden sollen, brauchen sie dafür verlässliche Rahmenbedingungen.

Das hat der Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Franz Stumpf, bei der Jahresmitgliederversammlung seiner Organisation in München betont.

Die Kliniken würden von der Politik gerne als "Feuerwehr und Lückenbüßer" benutzt, wenn es darum gehe, Löcher in der vertragsärztlichen Versorgung zu stopfen, sagte Stumpf mit Blick auf die Pläne der Großen Koalition, die Wartezeiten in der ambulanten fachärztlichen Versorgung auf vier Wochen zu begrenzen.

Grundsätzlich seien die Krankenhäuser bereit hier einzuspringen.

Voraussetzung seien jedoch stabile Rahmenbedingungen und eine faire Gleichbehandlung bei ambulanten Behandlungen, wenn diese ohne die Kliniken nicht mehr aufrechterhalten werden können. Ein beliebiges "zu- und mal abschalten" lehnte Stumpf ab.

Ministerin sieht in Bayern keine generelle Überversorgung

Bei der ambulanten Notfallbehandlung können die Krankenhäuser nach Auffassung des BKG-Vorsitzenden inzwischen auf eine "faire Gleichbehandlung" hoffen, nachdem die Koalition gesetzliche Änderungen angekündigt hat.

Gleiches gelte für die Möglichkeit der Zulassung von Krankenhäusern zur ambulanten Versorgung in unterversorgten Gebieten. In Regionen mit einem ausgedünnten vertragsärztlichen Angebot ließen sich so Wege und Wartezeiten der Patienten verringern, meinte Stumpf.

Für mehr Kooperationen zwischen Krankenhäusern und der ambulanten Versorgung warb auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Ein gutes Beispiel hierfür sei das Belegarztwesen.

Neue Möglichkeiten für eine bessere Versorgung vor allem im ländlichen Raum biete aber auch die Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren.

Nach Humls Angaben gibt es in Bayern in der stationären Versorgung "keine generelle Überversorgung". Auch gebe es keine Planungen, Krankenhausbetten landesweit drastisch zu reduzieren.

Gleichwohl müssten die Kapazitäten im Sinne einer Strukturplanung im Einzelfall an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden, erklärte die Ministerin. (sto)

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