Neumünster

Klinikneubau wird zum Politikum

Der Klinikneubau bei laufendem Betrieb in Neumünster wird teurer. Offen ist, wer zahlt.

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NEUMÜNSTER. Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster erhält im laufenden Betrieb einen Neubau.

Aus den ursprünglich kalkulierten Baukosten von 97 Millionen Euro sind inzwischen 150 Millionen Euro geworden - und ohne weitere Finanzzusagen des Landes kann der dringend erforderliche zweite Bauabschnitt nicht begonnen werden.

65 Millionen Euro klaffen derzeit zwischen den tatsächlichen Kosten und den bewilligten Fördermitteln des Landes - eine Summe, die selbst das schwarze Zahlen schreibende FEK nicht aus Eigenmitteln stemmen könnte.

Das Land hat für die beiden Bauabschnitte 97 Millionen Euro zugesagt. Schon für den fast beendeten ersten Bauabschnitt hat das Haus 27 Millionen Euro vorfinanzieren müssen.

Für den zweiten Abschnitt, mit dem Geschäftsführer Alfred von Dollen aus betriebswirtschaftlichen Gründen zügig beginnen will, fehlen weitere 38 Millionen Euro.

Die zusätzlichen Kosten begründet von Dollen unter anderem mit den Preissteigerungen während der langen Bauplanung seit 2004. Hinzu kommt eine Anpassung der Bettenkapazitäten an die steigende Belegung.

Notaufnahme ist das Sorgenkind

"Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Ausgleich der Steigerungen", sagte von Dollen der "Ärzte Zeitung". Nur: Das FEK ist nicht in der Lage, die Summe bis zur Fertigstellung im Jahr 2018 vorzufinanzieren.

Hinzu kommt: Das Land Schleswig-Holstein hat die Fördermittel bis 2020 schon vergeben. Wie angesichts von rund 40 Millionen Euro jährlicher Fördermittel für sämtliche Kliniken im Land die Lücke in Neumünster geschlossen werden kann, ist offen. Von Dollen drängt auf eine schnelle Lösung.

Das FEK ist eine GmbH in kommunaler Trägerschaft und gilt wirtschaftlich und medizinisch als gut aufgestellt. 2012 machte das Haus zwei Millionen Euro Gewinn, im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Euro.

Mit 1900 Mitarbeitern, darunter über 200 Ärzte, ist es einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region Mittelholstein. Das Haus meldet Vollbelegung und bis auf zwei Ausnahmen arbeiten alle Abteilungen rentabel.

Betriebswirtschaftliches Sorgenkind des Hauses ist die zentrale Notaufnahme, wo die ambulanten Fälle nicht kostendeckend honoriert werden. Von Dollen: "Hier bräuchten wir eigentlich das Doppelte." (di)

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