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Tote nach Krebstherapie

Krebsmittel noch in der Erforschung

Die Polizei warnt Patienten eines alternativen Krebszentrums am Niederrhein.

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MÖNCHENGLADBACH. Nach dem Tod von drei Patienten einer alternativen Krebsklinik am Niederrhein hält die Polizei die Warnung an weitere Patienten der Einrichtung aufrecht. "Wer sich einer Krebsbehandlung dort unterzogen hat, sollte sich in fachkundige Behandlung begeben", sagte der Sprecher der Polizei in Mönchengladbach am Freitag.

Am Donnerstagabend hatte die Polizei eine Warnmeldung veröffentlicht, in der sie von einem konkreten Gesundheitsrisiko für Patienten spricht, "die sich in diesem Krebszentrum einer Behandlung unterzogen haben".

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten nach dem Tod einer 43-Jährigen aus den Niederlanden in einem Krankenhaus in Mönchengladbach am 30. Juli die Ermittlungen aufgenommen. Die Ursache dafür ist noch unklar. Die Einrichtung hatte in einer Stellungnahme erklärt, bei den Ermittlungen zu kooperieren.

Bis zum Donnerstagvormittag hätten sich keine weiteren Patienten bei der Polizei gemeldet. "Das ist aber auch nicht verwunderlich, weil der Schwerpunkt der Patienten aus den Niederlanden kommt", sagte der Sprecher.

Polizei bittet Patienten, sich bei der Polizei zu melden

Auch Patienten, die sich schon früher im Klaus Ross Zentrum für alternative Krebstherapie in Brüggen-Bracht haben behandeln lassen, wurden gebeten, sich bei der Polizei in Mönchengladbach, beim Gesundheitsamt des Kreises Viersen oder in den Niederlanden zu melden. Von der Polizei und der Staatsanwaltschaft im Nachbarland waren zunächst keine Informationen in dem Fall zu bekommen.

Die 43-Jährige war laut Staatsanwaltschaft Krefeld am 25. Juli in der alternativen Einrichtung behandelt worden. Nachdem sie über Kopfschmerzen klagte, zeitweise verwirrt und schließlich nicht mehr ansprechbar war, starb sie in Mönchengladbach.

Am Donnerstag machten die Polizei Mönchengladbach und die Krefelder Staatsanwaltschaft zwei weitere Todesfälle bekannt: Fünf Patienten seien am 27. Juli behandelt worden. Am Tag darauf starb eine 55-jährige Frau aus Belgien, einen Tag später ein 55-jähriger Mann aus dem niederländischen Apeldoorn.

Zwei Frauen werden in einem Krankenhaus in den Niederlanden behandelt, wie ein Polizeisprecher sagte. Wie es ihnen gehe, sei der Polizei nicht bekannt. Untersucht werde insbesondere der Zusammenhang zwischen dem Tod der Patienten und der möglichen Einnahme des Stoffs 3-Bromopyruvat, sagte der Sprecher. Das Klaus-Ross-Zentrum gibt die Substanz als eines der Behandlungsmittel auf seiner Internetseite an.

3-Bromopyruvat ist noch in der Grundlagenerforschung. Die Polizei warnt vor der Einnahme. Ob die gestorbenen Patienten mit der Substanz behandelt wurden, werde untersucht.Was die Obduktion der 43-Jährigen ergeben hat, teilte die Staatsanwaltschaft noch nicht mit.

Sowieso äußert sich die Behörde aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht in dem Fall. Sie ist auch auf die Behörden aus dem Nachbarland angewiesen, weil mindestens eine Patientin in den Niederlanden starb.

Niederlande: Strengere Kontrolle alternativer Heilmethoden

Das Klaus-Ross-Zentrum richtet sich vor allem an Patienten aus den Niederlanden. Denn dort werde die alternative Heilkunde strenger reguliert, und die "Heilmeister" der Klinik dürften dort nicht arbeiten, heißt es auf der Internetseite.Am Mittwoch hatte das Klaus-Ross-Zentrum dort zu dem zuerst bekanntgewordenen Fall Stellung genommen.

Die Einrichtung bedauerte den Tod der Patientin, aber auch den "unbegründeten Verdacht", dass die Klinik dafür verantwortlich sein könne. Man werde voll und ganz bei den Ermittlungen kooperieren. Der Polizeisprecher sagte, die Behörden hätten Kontakt zum Rechtsbeistand des Betreibers.

Das Zentrum selbst war am Freitag verwaist: Tür- und Klingelschilder fehlten, am Eingang war ein Polizeisiegel angebracht. Ein Zettel wies darauf hin, dass der Praxisbetrieb bis auf weiteres eingestellt sei. (dpa)

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