Gesundheitspolitisches Mammutprojekt

Kurz vor der Wahl: Laumann stellt Krankenhausplanung in NRW auf neue Füße

Der NRW-Gesundheitsminister legt kurz vor Ende der Legislatur die neue, ambitionierte Krankenhausplanung vor. Die Umsetzung in den Regionen beginnt erst noch.

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Der NRW-Krankenhausplan gibt bei der internistischen und chirurgischen Versorgung eine Erreichbarkeit in 20 Autominuten vor.

Der NRW-Krankenhausplan gibt bei der internistischen und chirurgischen Versorgung eine Erreichbarkeit in 20 Autominuten vor.

© Thomas Reimer / stock.adobe.com

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen wird die Krankenhausplanung auf neue Füße gestellt. Kurz vor der Landtagswahl am 15. Mai hat das Gesundheitsministerium den Krankenhausplan 2022 veröffentlicht.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird die Planung künftig auf Basis von Leistungsbereichen und Leistungsgruppen in Verbindung mit Qualitätsvorgaben statt nach der Zahl der Klinikbetten erfolgen.

Damit hat Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) das gesundheitspolitische Mammutprojekt wie geplant noch in dieser Legislaturperiode perfekt gemacht. Ein großer Erfolg für den Minister ist, dass das Konzept im Landesausschuss für Krankenhausplanung im Einvernehmen beschlossen wurde. Damit ist es dem Ministerium gelungen, die Landeskrankenhausgesellschaft, die Krankenkassen und die Ärztekammern mit ins Boot zu holen.

Der Plan steht unter dem Titel „Die Strukturen müssen für die Menschen da sein, nicht die Menschen für die Strukturen!“. Laumann hatte die Eckpunkte im September 2019 vorgestellt. Sie finden sich in großen Teilen im Krankenhausplan wieder.

In einigen Fällen gilt: In 20 statt in 30 Minuten erreichbar

Er sieht unter anderem vor, dass Kliniken mit internistischer und chirurgischer Versorgung für 90 Prozent der Bevölkerung in 20 Autominuten erreichbar sein müssen. Damit geht NRW über die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses hinaus, der 30 Minuten vorsieht.

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Nicht einhalten konnten die Beteiligten den ehrgeizigen Zeitplan – nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Ursprünglich sollte die Umsetzung der Vorgaben über regionale Planungskonzepte, die zwischen Krankenhausträgern und Krankenkassen ausgehandelt werden, bereits im Jahr 2021 beginnen. Das Verfahren wird zurzeit vorbereitet, teilte das Ministerium mit. Auch hierbei wolle man alle wesentlichen Akteure einbinden.

Der Krankenhausplan sowie die Übersichtstabellen über die Qualitätskriterien und die Leistungsgruppendefinitionen sind auf der Internetseite des Ministeriums (www.mags.nrw) abrufbar. (iss)

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