Zuteilung von Corona-Vakzinen

Labore: Booster-Priorisierung von Antikörpertiter abhängig machen!

Die Auslastung der Labore steigt wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen, wie eine ALM-Datenauswertung zeigt. Derweil fordern die Laborärzte, Priorisierungen nicht nach dem Alter vorzunehmen,

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Berlin. Antikörperspiegel statt Zeitpunkt der Erstimmunisierung: Die Zuteilung von Corona-Impfstoffen für die Boosterimpfung sollte nicht ausschließlich anhand des Alters oder einer Zeitspanne zwischen den Impfungen festgemacht werden. Dafür plädiert der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) in einer Mitteilung am Dienstag. Dazu müssten die Kosten ärztlich angeordneter Antikörpertests in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen werden, fordert der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski.

So könne man mit zielgerichteten Tests bei diagnostiziert immungeschwächten Patienten oder Menschen, die keine Impfreaktion beobachtet hätten, den individuell notwendigen Infektionsschutz neu bewerten. Seiner Einschätzung nach stehen dafür „ausreichend Antikörpertests bereit“. „Der Antikörperspiegel liefert die stärksten Argumente für die Impfentscheidung. Wir sollten diese Chance nicht vergeben, zumal, wenn die Impfstoffe unterschiedlich angenommen werden“, so Bobrowski.

Labore deutlich ausgelasteter

Unterdessen melden die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) in ihrer regelmäßigen dienstäglichen Datenauswertung eine „erneut deutlich steigende Positivrate der SARS-CoV-2-PCR-Tests. In der vergangenen Woche sei jeder fünfte Test positiv ausgefallen, bei steigender Zahl der Testungen. Insgesamt wurden in den 179 teilnehmenden Laboren den Angaben zufolge in der vergangenen Woche (KW 46, 15.-21. November) 1 .754 .751 PCR-Tests durchgeführt, 14 Prozent mehr als in der Vorwoche. Knapp 350 .000 dieser Tests seien positiv ausgefallen, in der Vorwoche waren es noch etwas mehr als 265 .000. Das entspricht einer Steigerung von 31 Prozent. Auch die Auslastung der Facharztlabore habe bundesweit mit jetzt 86 Prozent „deutlich angezogen“ (Vorwoche: 75 Prozent).

„Bei Krankheitszeichen bleibt die SARS-CoV-2-PCR als ‚Goldstandard‘ das Mittel der Wahl zur Diagnosefindung“, sagt Professor Jan Kramer, stellvertretender ALM-Vorsitzender. „Insbesondere, wenn bei Personen mit Symptomen der SARS-CoV-2-Antigentest eingesetzt wird und negativ ist, sollte in Betracht gezogen werden, dass dieser die gegebenenfalls bestehende SARS-CoV-2-Infektion noch nicht erkannt hat.“ (mu)

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