Für junge Ärzte
Liebe zur Dermatologie kommt oft erst auf den zweiten Blick
Facettenreich und spannend – so präsentierten Dermatologen bei der 51. Tagung der DDG ihr Fachgebiet. Allerdings, geben sie zu: Die Liebe dazu kam nicht sofort. Wie die Dermatologie dann „ihr“ Fachgebiet wurde.
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LIebe zur Haut: Das spätere Fachgebiet erreicht mancher Dermatologe erst über Umwege.
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Neu-Isenburg. Forschung, Praxis, Lehre und Karriere – wie sehen die Möglichkeiten in der Dermatologie aus und welche Wege öffnen sich Studierenden im Berufsleben? Einen Einblick gaben Hautärzte bei dem Workshop „Dermatologie – ein facettenreiches Fach stellt sich vor. Entfaltungsmöglichkeiten in Wissenschaft und Niederlassung“ im Rahmen der 51. Tagung der Deutschen dermatologischen Gesellschaft (DDG). Bei den Präsentationen der eigenen beruflichen Lebenswege zeigte sich: Für die Dermatologie entschieden sich die Praktiker und Wissenschaftler nicht sofort, sondern die Liebe zum Fach kam erst auf den zweiten Blick.
Zur Dermatologie kam Professor Dr. Tilo Biedermann, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, weil ihn besonders die Immunologie faszinierte. Außerdem wollte er in ein Fach gehen, in dem man auf den ersten Blick sehen kann, dass das Organ krank ist und es auch schnell ersichtlich ist, wenn die Therapie erfolgreich ist. Noch heute, so Biedermann, sei er sehr zufrieden mit seiner Wahl.
Schnupperpraktikum ebnete Weg in die Niederlassung
Die Entscheidung für die Dermatologie fiel bei Dr. Thyra Bandholz, die in Kiel in einer hautärztlichen Gemeinschaftspraxis arbeitet, nach eigenen Angaben erst sehr spät. „Ich hatte mich ganz fest für die Innere entschieden“, berichtete Bandholz, die auch Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) ist. In einem Tertial des praktischen Jahres traf die angehende Ärztin in einer Klinik dann auf „spannende Krankheitsbilder und unheimlich nette Kollegen“. Hier sprang der Funke über, erklärte sie bei dem virtuellen Webinar. Für die Niederlassung entschied sich Bandholz, nachdem sie in die Arbeit einer Praxis hinein geschnuppert hatte.
Das Schöne an der Praxis ist für sie die enge Zusammenarbeit mit den Patienten. Auch lässt sich hier sehr gut Familie und Kind vereinbaren. Bandholz rät dem Nachwuchs, sich einfach mal umzuschauen und auch Zeit in Praxen zu absolvieren. Angebote gebe es auch bei „JuDerm“, einer Abteilung des BVDD für junge Dermatologen. Themen bei JuDerm sind die Belange rund um Studium, Weiterbildung und Fragen junger Fachärzte zur Niederlassung (www.juderm.de).
„Es ist ein klasse Fach“
Auf der Top 5-Liste stand Dermatologie bei Dr. Dorit Düker ebenfalls nicht, die derzeit ihre Weiterbildung im Haut- & Laserzentrum Barnim absolviert. Was ihr gut gefällt: Behandelt werden Säuglinge bis hin zu Hochbetagten. Vorsorge, Lasern, Operieren – der Arbeitsalltag sei abwechslungsreich. Und auch, dass Professor Dr. Christoph Skudlik, Chefarzt Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück, einmal Spezialist in der Berufsdermatologie werden würde, war eher „zufälliger Natur“.
Die Stellen für Ärzte im Praktikum waren seinerzeit knapp. So verschlug es Skudlik unter anderem in eine Hautklinik und eine für Lungenheilkunde bzw. die Innere/Allergologie. In einer Klinik wurden viele Gutachten für die Berufsgenossenschaft erstellt. Im weiteren beruflichen Lebensweg bemerkte Skudlik plötzlich, dass er sich nach und nach zu einem Spezialisten in der Berufsdermatologie entwickelt hatte. „Es war keine strategische Entscheidung, aber heute bin ich sehr glücklich. Es ist ein klasse Fach.“