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Städtische Kliniken München

Marburger Bund kritisiert Sanierungsvorschläge

Die Ärztegewerkschaft appelliert an Entscheidungsträger, Vorschlägen der Boston Consulting Group nicht blind zu folgen.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Die Krise der städtischen Kliniken Münchens schlägt hohe Wellen. Entsetzt zeigt sich der Marburger Bund (MB) über die Sanierungsvorschläge des Wirtschaftsberatungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG).

Dass "grundlegende strukturelle Veränderungen und harte, auch schmerzliche Einschnitte" unumgänglich sind, stehe außer Frage, erklärte der Marburger Bund in einer ersten Stellungnahme. Man sollte aber nicht blind den Ratschlägen der zahlreichen Consultants folgen.

Denn es gehe nicht nur um Einsparungen, sondern vielmehr um eine nachhaltige Sicherung eines konzentrierten medizinischen Angebots der städtischen Kliniken flächendeckend im Sinne einer Daseinsvorsorge für alle Bürger, so der Marburger Bund.

MB: Poliklinik Schwabing hätte schlechte Karten im Wettbewerb

Vor allem der Vorschlag, in Schwabing eine Poliklinik zu bilden, zeuge von einer geringen Kenntnis des Münchner Gesundheitsmarktes, kritisiert die Ärztegewerkschaft.

Denn wie die BCG selbst aufzeige, befänden sich die städtischen Kliniken München in einem "übersättigten, hochkompetitiven Markt". Das treffe vor allem für die ambulante allgemein- und fachärztliche Versorgung zu.

Mit einer Poliklinik begäbe sich der Standort Schwabing also in einen direkten Wettbewerb mit den niedergelassenen Ärzten, "von der nötigen kassenärztlichen Zulassung zwecks Abrechnungsmöglichkeiten ganz zu schweigen". Diesen Wettbewerb würde der Standort Schwabing kaum gewinnen können, so der MB.

Die Boston Consulting Group hatte in ihrem Gutachten unter anderem vorgeschlagen, 20 bis 30 Prozent der Betten, - etwa 800 - an den städtischen Kliniken bis zum Jahr 2020 abzubauen. (sto)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Abstimmung mit den Füßen

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