Mit jedem Schritt schmilzt der Bauchumfang

Nun gibt es den Beweis: Betriebliche Gesundheitsförderung wirkt. Das zeigt ein Projekt der Reha-Klinik Damp. Diese forderte ihre Büroangestellten zu mehr Bewegung auf - und beobachtete nicht nur einen sinkenden Bauchumfang.

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Drei Zentimeter weniger Bauchumfang und ein stark gesenktes Schlaganfallrisiko - das ist das Ergebnis von 3000 Schritten mehr pro Tag.

Drei Zentimeter weniger Bauchumfang und ein stark gesenktes Schlaganfallrisiko - das ist das Ergebnis von 3000 Schritten mehr pro Tag.

© PeJo / fotolia.com

DAMP (di). Im vergangenen Herbst fiel der Startschuss zu der sechsmonatigen betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem Namen "Damp plus 3000", an der sich Mitarbeiter der Reha-Klinik Damp und des Unternehmens Damp Soft beteiligten. "Durch das tägliche Messen und Protokollieren des Bewegungsverhaltens wurde die Motivation zu mehr Bewegung und damit zu mehr Gesundheit deutlich erhöht", sagt Dr. Matthias Grünhagen.

Der Studienleiter und leitende Arzt aus dem Deutschen Zentrum für Präventivmedizin wollte mit dem Projekt nachweisen, dass das tägliche Bewegungsverhalten von Büroangestellten und damit das langfristige Herzinfarkt-Risikoprofil mit Hilfe von Schrittzählern, Bewegungstagebüchern und einem Aufklärungs- und Motivationsprogramm positiv beeinflusst werden kann. Grünhagen ist Facharzt für Allgemeinmedizin und für physikalische und rehabilitative Medizin. Er entwickelt präventiv- und sportmedizinische Konzepte.

Für die Studie, die in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaft der Christian Albrechts-Universität Kiel durchgeführt wurde, ermittelten alle 99 Studienteilnehmer nach einer Eingangsuntersuchung von Blutdruck, Bauchumfang und Körpergewicht zunächst eine Woche lang ihr normales Aktivitätsniveau.

Dann zählten 49 Probanden der Interventionsgruppe täglich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen über einen Zeitraum von sechs Monaten mit Hilfe eines Schrittzählers ihre Schritte. Diese wurden in einem Bewegungstagebuch festgehalten und regelmäßig an die Studienleitung übermittelt. Ziel war es, täglich 3000 Schritte mehr zu gehen als beim durchschnittlichen individuellen Ausgangsaktivitätsniveau vor der Studie ermittelt wurde.

Die Ergebnisse: Das Aktivitätsniveau der Interventionsgruppe stieg um durchschnittlich 2281 Schritte pro Tag, was einem Zuwachs von 29,7 Prozent entspricht. Der Bauchumfang nahm im Studienverlauf um durchschnittlich drei Zentimeter ab.

Die 50 Teilnehmer der Kontrollgruppe, die nur zu Beginn und zum Ende der Studie für eine Woche ihre Schrittzahl protokollierten, zählten durchschnittlich nur 242 Schritte mehr pro Tag. Ihr Bauchumfang hatte sich zum Studienabschluss um etwa 1,1 Zentimeter verringert. Damit bestätigen die Protokolle der Probanden bisherige Studienergebnisse zu diesem Thema.

"Aufgrund der standardisierten Untersuchungen konnte bei der Interventionsgruppe zudem eine signifikante Korrelation zwischen der Aktivitätssteigerung und der Senkung des Blutdrucks ermittelt werden. Bei Steigerung der Aktivität um mehr als 2000 Schritte pro Tag nahm der diastolische Blutdruck um 4,79 mm Hg ab.

Aufgrund großer internationaler Studien wissen wir, dass dadurch das Schlaganfallrisiko um mehr als 40 Prozent gesenkt werden kann", sagte Professor Burkhard Weisser, Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Kiel.

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Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 13.07.201100:17 Uhr

Der Bauch

Der einzig schöne Bauch ist der einer Schwangeren, der wunderbar aus dem Becken heraus nach oben wächst!
Damit verglichen ist der Freß- und Saufbauch, der birnenförmig nach unten oder als Schürze über den Gürtel der unbeweglichen Autofahrer und Fernsehgucker fällt, die Ursache so vieler bekannter Folgekrankheiten.
Da hilft kein Fettabsaugen, sondern nur FDH und Ausdauersport.
Dr.Horst Grünwoldt aus Rostock

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