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Jugendliche viel seltener wegen Alkoholvergiftung in Klinik

Immer weniger Menschen müssen wegen Alkohol stationär in einer Klinik behandelt werden – vor allem bei Jugendlichen ist der Rückgang deutlich.

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Wiesbaden. Alkoholmissbrauch führt in Deutschland immer seltener zu einem Klinikaufenthalt. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Jugendlichen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2024 rund 283.500 Menschen aufgrund einer ausschließlich durch Alkohol bedingten Diagnose stationär behandelt – rund 29 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor (398.500); der Anteil der Männer lag bei etwa 73 Prozent.

„Damit erreichten die Fallzahlen 2024 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre“, so die Statistiker. Sie weisen auch darauf hin, dass die Anzahl der Klinikbehandlungen insgesamt im selben Zeitraum ebenfalls zurückging – um 8,6 Prozent auf 17,9 Millionen Fälle. Zugleich sank aber auch der Anteil stationärer Aufenthalte durch Alkoholkonsum von 2,0 Prozent (2014) auf 1,6 Prozent in 2024.

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Stärkster Rückgang bei den 10- bis 19-Jährigen

Generell ging die Anzahl alkoholbedingter Krankenhausbehandlungen in nahezu allen Altersgruppen zurück, wie die amtlichen Statistiker betonen. Den stärksten Rückgang (-59 Prozent) gab es binnen zehn Jahren bei den 10- bis 19-Jährigen. Absolut gingen die Patientenzahlen in dieser Altersgruppe von 24.300 auf 10.100 (2024) zurück.

Das liege vor allem daran, heißt es, „dass immer weniger junge Menschen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden“, so die Statistiker. Danach nahm die Zahl dieser akuten Fälle um 61 Prozent ab – von 22.400 (2014) auf 8.800 (2024).

Auch bei den 20- bis 39-Jährigen (-27,6 Prozent) und den 40- bis 59-Jährigen (-35,2 Prozent) gab es klare Rückgänge der alkoholbedingten Klinikaufenthalte. Am schwächsten war der Rückgang bei den 60- bis 79-Jährigen (-1,4 Prozent). Lediglich in der Altersgruppe ab 80 Jahren gab es eine Zunahme – um 22,4 Prozent.

Mehr alkoholbedingte Todesfälle

Die häufigste Ursache einer alkoholbedingten Klinikbehandlung war Abhängigkeit (42,5 Prozent). Auf einen akuten Rausch gingen rund 21 Prozent der Fälle zurück. Entzugssyndrome machten rund 15 Prozent aus. Dahinter folgten alkoholbedingte Erkrankungen des Verdauungssystems (13 Prozent) oder der Bauchspeicheldrüse (5,0 Prozent).

Die Anzahl ausschließlich alkoholbedingter Todesfälle hat im Dekadenvergleich allerdings um 2,1 Prozent auf 14.400 (2024) zugenommen. Erklärung der Statistiker: „Der leichte Anstieg der alkoholbedingten Todesfälle ist demografisch bedingt.“ Um demografische Effekte bereinigt zeige sich ein Rückgang: Denn die altersstandardisierte Zahl der alkoholbedingten Sterbefälle je 100.000 Einwohner nahm den Daten zufolge um 3,4 Prozent ab. (dpa)

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