E-Health

Multitalent elektronischer Arztausweis

Der E-Arztausweis kommt nur langsam in den Praxen an. Wohl auch, weil kaum bekannt ist, wofür der Ausweis nutzbar ist.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG.Von den bundesweit 378.600 berufstätigen Ärzten haben bislang nicht einmal 6000 einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) in der Tasche. So das Ergebnis einer Umfrage der "Ärzte Zeitung" unter Ärztekammern (wir berichteten). Letztere sind für die Ausgabe des eHBA zuständig.

Das Problem am mangelnden Interesse der Ärzte an dem E-Ausweis, der zum einen die Zutrittskarte der Ärzte zur Telematikinfrastruktur ist, ihnen zum anderen aber auch ermöglicht, Dokumente rechtssicher elektronisch zu signieren, ist, dass viele noch keinen erkennbaren Nutzen in ihm sehen. Schließlich kostet sie der Ausweis 7,90 Euro pro Monat.

Doch neben der Abrechnung der nicht gerade üppig gestalteten EBM-Ziffern (GOP 86900 mit 28 Cent für den Sender und GOP 86901 mit 27 Cent für den Empfänger) für den Versand elektronischer Arztbriefe – die ja eine E- Signatur benötigen –, gibt es weitere Anwendungen, bei denen der eHBA durchaus Vorteile bringt:

- Rechtssichere Langzeitarchivierung: Digitale Dokumente nehmen weniger Platz weg und lassen sich schneller wiederfinden. Für eine rechtssichere Archivierung – also eine dauerhafte elektronische Dokumentation, die etwa auch bei Streitigkeiten vor Gericht als lückenlos gilt, ist die elektronische Signatur unumgänglich.

- Sichere digitale Kommunikation:Der eHBA wird wie ein Ausweisdokument gehandhabt, da sich sein Inhaber eindeutig bei der Ärztekammer identifizieren muss. Damit ist er für die signierte und verschlüsselte Kommunikation mit Kammern, Behörden, KV und dem ärztlichen Versorgungswerk geeignet.

- Authentifizierung: Über den elektronischen Arztausweis erhalten Ärzte Zugriff auf gesicherte Web-Portale wie die Online-Fortbildungskonten der KVen, oder auf E-Health-Portale – etwa zum Austausch von Labordaten.

- KV-Abrechnung: Auch elektronisch übermittelte Abrechnungsdaten müssen in der Regel signiert werden. (reh)

Mehr zum Thema

Probleme in Praxen

Start der elektronischen AU frustriert viele Ärzte

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit