Fachkräftemangel

NRW dreht an Stellschrauben für mehr Gesundheitsjobs

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es große Personallücken in Gesundheits- und Pflegeberufen. Wie sie geschlossen werden sollen, erläutert der zuständige Gesundheitsminister auf Nachfrage der AfD.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 21.08.2019, 16:33 Uhr
NRW dreht an Stellschrauben für mehr Gesundheitsjobs

Woher neue Fachkräfte holen? NRW konstatiert eine Diskrepanz zwischen offenen Stellen und Bewerbern. Erste Initiativen laufen an.

© Peter Atkins / Stock.Adobe.com.

DÜSSELDORF. In Nordrhein-Westfalen gibt es in den Therapie- und Gesundheitsfachberufen und insbesondere in den Pflegeberufen einen deutlichen Fachkräftemangel. Häufig steht den als arbeitslos Gemeldeten ein Vielfaches an offenen Stellen gegenüber.

Das zeigt die Antwort von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Dr. Martin Vincentz.

5840 offene Pflege-Stellen in NRW

Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit waren Ende Juni in NRW in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege 5840 Stellen offen, aber nur 1958 Personen auf Arbeitssuche.

Bei den Fachkräften in der Altenpflege standen 3115 offenen Stellen 904 Arbeitssuchende gegenüber, in der Gesundheits- und Krankenpflege wurden 2371 Fachkräfte gesucht, 929 waren arbeitslos gemeldet.

Einen deutlichen Mangel zeigt die Statistik auch bei den Physiotherapeuten mit 1040 offenen Stellen und 261 Arbeitssuchenden. Bei den Ergotherapeuten ist das Verhältnis 494 zu 181.

Mehr Arbeitslose als offene Stellen meldet die Arbeitsagentur bei medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten, Fachkräften im Rettungsdienst, Pharmazeutisch-Technischen Assistenten und sonstigen Pharmazie-Berufen sowie in der Haus- und Familienpflege.

Herkunft der Fachkräfte

Der Krefelder Arzt Vincentz wollte auch wissen, wie viele Fachkräfte aus dem Ausland in den Fachberufen tätig sind und wo sie herkommen. Danach stammten in den Therapie- und Gesundheitsfachberufen 95.070 Beschäftigte aus Deutschland und 4244 aus dem Ausland.

Bei den Pflegekräften waren es 238.235 und 16.182. Bei den abgeschlossenen Berufsanerkennungsverfahren in diesen Bereichen kamen die meisten Fachkräfte aus Syrien, gefolgt von Polen und Serbien ohne Kosovo.

Die Stärkung der Gesundheits- und Pflegeberufe und die Schaffung verbesserter Ausbildungsbedingungen sind Anknüpfungspunkte, um mehr angehende Fachkräfte zu gewinnen..

Karl-Josel Laumann (CDU) Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung hat nach Angaben von Laumann eine Reihe von Initiativen eingeleitet, um den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu verringern. „Die Stärkung der Gesundheits- und Pflegeberufe und die Schaffung verbesserter Ausbildungsbedingungen sind hierbei die zentralen Anknüpfungspunkte, um die Ausbildungen für einen breiteren Interessentenkreis attraktiver zu gestalten und mehr angehende Fachkräfte zu gewinnen.“

Als wichtige Maßnahmen nennt der Gesundheitsminister Nordrhein--Westfalens die Einführung des Umlageverfahrens für die Ausbildung in der Altenpflege, die Erhöhung der Schulkostenpauschale in den Fachseminaren für Altenpflege, die konsequente Umsetzung des Pflegeberufegesetzes sowie die Einrichtung einer Pflegekammer.

„Auch die Verbesserung der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen soll den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen verringern helfen.“

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