Kommentar – Infos aus dem Web

Nicht ohne Aufklärung

Von Rebekka HöhlRebekka Höhl Veröffentlicht:

Informierte Patienten sind etwas Gutes: Sie setzen sich bewusst mit ihrer Erkrankung auseinander. Das stärkt nicht selten die Compliance. Dass das Internet hier einen großen Beitrag zu dem Mehr an Gesundheitswissen und -kompetenz leistet, ist unbestritten. Auch der Trend zu digitalen Anwendungen und einer stärkeren Vernetzung zwischen Arzt und Patient – gerade im Bereich der Telemedizin – sorgt durchaus für mehr Therapietreue. Der digitale Draht ist aber nicht nebenwirkungsfrei.

Wenn ein Fünftel der Bundesbürger – wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom gemeinsam mit der Bayerischen TelemedAllianz nun aufgedeckt hat – ihren Arzt aufgrund vorheriger Internetrecherchen dazu bewegen, ihnen eine bestimmte Therapie zu verordnen, dann ist das mit Vorsicht zu betrachten. Hier mag der ein oder andere seinen Arzt tatsächlich über neue Therapieformen informieren. Schließlich wächst das medizinische Wissen rasant. Es darf aber nicht dazu kommen, dass sich Ärzte von informierten Patienten bedrängt fühlen. Denn jemand der krank ist und Angst hat, kann Infos aus dem World Wide Web nur begrenzt einordnen. Trotz aller digitalen Euphorie: Der Trend fordert Ärzten auch eine neue Form des Aufklärungsgesprächs ab. Vielleicht ein Thema für Studium und Weiterbildung.

Lesen Sie dazu auch: Digital Health: Das erwarten Patienten

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