Anlage

Oldtimer fahren Rendite ein

Die Oldtimer-Preise sind zuletzt nur verhalten gestiegen – doch bei Young Timern sehen Experten weiter Wertzuwachspotenzial.

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NEU-ISENBURG. Egal, ob es ein Porsche 356 GS Carrera von 1956, ein Fiat 124 Spider von 1969 oder ein Ford Capri II von 1975 ist – alte Automobile lassen die Herzen der meisten Frauen und Männer höherschlagen. Und Liebhaber die Geldbörse zücken.

"Oldtimer wecken nostalgische Gefühle und haben ihren Reiz als Geldanlage", sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Fundamental Capital in Willich.

Das spiegelte bislang auch der vom Verband der Automobilindustrie erstellte Oldtimer-Index wider. Das Datenwerk, vom Bewertungsspezialisten Classic-Analytics aus Bochum ermittelt, analysiert Jahr für Jahr die Preisentwicklung von 88 besonders häufig gefahrenen Klassikern.

Die Bandbreite reicht von Massenprodukten wie dem VW Käfer über rassige Roadster wie den Triumph TR6 bis hin zu bulligen Boliden wie dem BMW 635 Csi.

Seit 2008 zeigt das Preisbarometer Jahr für Jahr durchschnittliche Wertsteigerungen quer über alle Fahrzeuggattungen von fünf Prozent an. Doch zuletzt ist die Wertentwicklung ins Stocken geraten.

Zuletzt Zuwachs unter Inflationsrate

2017 stiegen die Preise im Schnitt um nur noch 1,4 Prozent – ein Zuwachs unter der Inflationsrate von 1,8 Prozent. Für Zimmer ist das nicht überraschend: "Viele Liebhaber haben in den vergangenen Jahren wegen der Minizinsen eine Oldtimer-Sammlung aufgebaut und pflegen diese jetzt."

Dadurch seien zuletzt weniger Fahrzeuge gehandelt worden. "Der Hype ist vorerst vorbei", sagt auch Holger Lüttke, Direktor Privatkunden bei der Kelkheimer Vermögensverwaltung Gies & Heimburger, der selbst klassische Fahrzeuge sammelt.

Das liegt auch daran, dass die Zahl der Fahrzeuge mit Oldtimer-Status zuletzt deutlich gestiegen ist. Der Grund dafür: Immer mehr Automobile aus der Zeit der Massenproduktion mit solidem Rostschutz erreichen das nötige Alter. Waren 2002 nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes 97.208 Oldtimer in Deutschland zugelassen, waren es 2016 bereits 367.833.

Sobald ein Auto 30 Jahre alt ist, darf es das H-Kennzeichen führen – wobei der Buchstabe "H" für Historisches Fahrzeug steht. Vorausgesetzt, eine Untersuchung bei einer technischen Prüforganisation wie Dekra oder TÜV bestätigt, dass sich das Fahrzeug in einem zeitgenössischen und gut erhaltenen Zustand befindet.

Die Besitzer müssen dann nur eine pauschale Steuer von 191,73 Euro zahlen. Die Automobile sind von der Abgasuntersuchung befreit und dürfen dennoch in sämtlichen Umweltzonen fahren.

Oldtimer dürfen nicht zu alt sein

Mit der steigenden Zahl der Oldtimer besteht das Risiko, dass das Angebot die Zahl der Kaufinteressenten übertrifft. Mit diesem Problem müssten gerade die Eigentümer von Vorkriegsfahrzeugen ringen, sagt Lüttke. "Für diese Fahrzeuge sterben derzeit altersbedingt die Nachfrager aus."

Jüngere Sammler seien an Fahrzeugen interessiert, die sie aus ihrer Kindheit kennen, nicht jedoch an Modellen, die Großvater und Großmutter in ihren jungen Jahren einst im Straßenbild gesehen haben. "Kaum jemand identifiziert sich noch mit dieser Art Fahrzeuge", sagt Lüttke.

Zimmer rät Interessenten deshalb auch Fahrzeuge ins Auge zu nehmen, die gerade erst 30 Jahre alt sind, aber einen gewissen Kultstatus genießen – wie den bis 1988 gebauten Opel Manta B.

"Dessen Preise haben sich seit 2014 fast verdoppelt." Das zeigt auch der VDA-Index: Das Modell, dessen Wert 2017 mit einem Plus von mehr als fünf Prozent am stärksten stieg, war der BMW 320 der von 1975 bis 1977 gefertigten Baureihe E21.

Wer in einen Oldtimer investieren will, sollte zudem über eine trockene Garage verfügen sowie Zeit und Freude daran haben, selbst am Wagen zu schrauben. Vor allem aber sollten Klassiker auch regelmäßig gefahren und gewartet werden, so Bruno Verstraete, Gründungspartner der Vermögensverwaltung Lakefield Wealth Management in Vaduz. (hai)

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