Telemedizin

"Patientennutzen bei E-Card ist entscheidend"

Mitte 2015 sollen die Online-Tests zur Gesundheitskarte beginnen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer baut darauf, dass bald Anwendungen möglich sind, die Patienten einen echten Nutzen bringen.

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 11.11.2014, 06:08 Uhr
Die E-Card steckt in vielen Portemonnaies von Versicherten, die Anwendungen lassen noch auf sich warten.

Die E-Card steckt in vielen Portemonnaies von Versicherten, die Anwendungen lassen noch auf sich warten.

© Hannibal Hanschke / dpa

KOBLENZ. Die Gesundheits-IT kann in Flächenländern dazu beitragen, Probleme bei der Patientenversorgung aufgrund der demografischen Entwicklung zu lösen. Darauf hat die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), bei einem Besuch bei CompuGroup Medical in Koblenz hingewiesen.

Dabei baut Dreyer, die früher auch Gesundheitsministerin des Landes war, auch auf die Telematikinfrastruktur und die elektronische Gesundheitskarte.

"Entscheidend ist es, dass der Mehrwert für Patienten möglichst schnell erreicht wird. Die Versichertenstammdaten sind den Patienten ziemlich egal", sagte Dreyer in Koblenz bei einem Pressegespräch im Anschluss an ihren Besuch beim Unternehmen. Dreyer spielte darauf an, dass in den Feldtests, die Mitte 2015 beginnen sollen, zunächst vor allem das Versichertenstammdatenmanagement online getestet werden soll.

500 Testärzte an Bord

Telemedizin und IT-Anwendungen sind ein Baustein für die Versorgung der Zukunft in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit CGM-Vorstand Frank Gotthardt.

Telemedizin und IT-Anwendungen sind ein Baustein für die Versorgung der Zukunft in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit CGM-Vorstand Frank Gotthardt.

© CompuGroup Medical

CompuGroup Medical - inzwischen weltweit agierender E-Health-Anbieter und in Deutschland unter anderem Marktführer bei Arzt- und Zahnarztsoftware - ist eines der Unternehmen, die federführend an den Tests der Gesundheitskarte beteiligt sind.

Die 500 Ärzte in der Testregion Nordwest seien alle gewonnen, nun gehe es noch um die Umsetzung einiger zusätzlicher inhaltlicher Anforderungen der gematik, sagte CGM-Vorstandsvorsitzender Frank Gotthardt, dann könnten die Pilotprojekte beginnen. Die gematik ist die Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur, der geplanten sicheren Datenautobahn für das Gesundheitswesen.

Sowohl Dreyer als auch Gotthardt sprachen sich für den Einsatz der sektorübergreifenden Fallakte aus, die bei der interdisziplinären Behandlung von Patienten alle relevanten Informationen zusammenfasst und von allen am Prozess beteiligten Ärzten eingesehen und bearbeitet werden kann. Zu einem Treiber der Fallakte könne das im Versorgungsstärkungsgesetz geplante Entlassmanagement werden, das eine sektorübergreifende Versorgung verbessern soll, sagte Gotthardt.

Vergütung von Telemedizin

Unternehmensgründer Gotthardt sprach sich dafür aus, den Online-Rollout der Telematikinfrastruktur "sofort" nach dem Ende der Tests umzusetzen, damit die Mehrwertanwendungen für Patienten dann auch umgesetzt werden.

Dann müsse auch das Vergütungssystem angepasst werden, forderte Gotthardt: "Durch Vernetzung kann zum Beispiel die Arzneimitteltherapiesicherheit um Quantensprünge verbessert werden. Wenn ein Arzt das macht, dann hat er zusätzlichen Aufwand dadurch, und dann muss er dafür auch vergütet werden."

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