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Patientensicherheit ist eine Frage der Ergonomie

Die Sicherheit von Patienten in der Klinik ist nicht nur eine Frage der Technik - die Anwender müssen sie auch bedienen können. Der VDE engagiert sich für das Thema.

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DÜSSELDORF (ger). Nur noch ein Drittel der Fehler in Kliniken im Zusammenhang mit Medizintechnik wird durch Fehler in den Geräten verursacht, zwei Drittel dagegen durch Anwendungsfehler. Das hätten anonyme Umfragen in Kliniken ergeben, die auch durch Zahlen aus anderen Branchen bestätigt werden, sagte am 17. November Professor Uvo Hölscher von der Fachhochschule Münster, Ergonomie-Experte in der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im Industrieverband VDE bei der Medica.

"Für die Industrie ist das eigentlich eine gute Nachricht, aber nun sind die Benutzerfehler unser größtes Problem", so Hölscher. Dabei gebe es immer noch Arbeit für die Hersteller, denn viele Anwendungsfehler "entstehen durch eine fehler-förderliche Gestaltung der Geräte", etwa wenn eine automatische Einstellung in einer Infusionspumpe die höchste Dosierung des zu verabreichenden Morphins wählt.

Ein Klinikmitarbeiter, der vergisst, aktiv die Dosierung einzustellen, könne so den Tod des Patienten hervorrufen.

Hölscher forderte mehr Anstrengungen für eine Normierung, aber auch Initiative der Kliniken, sich bei Herstellern dafür einzusetzen, fehler-förderliche Strukturen zu ändern. Mehr Ergonomie führe letztlich auch zu mehr Sicherheit.

Als ein weiteres Problem für die Patientensicherheit hat der VDE falsche und irrelevante Alarme ausgemacht. "90 Prozent der Alarme sind klinisch nicht relevant. Auf Intensivstationen herrscht teilweise ein Lärmpegel wie auf einer viel befahrenen Straße", sagte Dr. Michael Imhoff, in der DGBMT Experte für Methodik der Patientenüberwachung.

"Das führt zu Stress bei den Mitarbeitern." Die Folge sei, dass es bis zu 40 Minuten dauere, bis ein Mitarbeiter auf einen Alarm reagiere - was auch schon Patienten zu Schaden gebracht habe, so Imhoff. Nötig seien hier verbesserte Alarm-Algoritmen.

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