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EMA-Umzug

Pharmafirmen fordern baldigen Beschluss

Der Ministerrat soll schon bei seiner nächsten Sitzung sagen, wohin die Reise für die EMA geht. Sonst könnte es Probleme bei der EU-weiten Zulassung von Arzneimitteln geben, fürchten die Unternehmen der Pharmabranche.

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BRÜSSEL/LONDON. Die forschenden Pharmafirmen machen sich Sorgen, der Umzug der europäischen Arzneimittelagentur EMA könnte das "gut geölte" regulatorische Räderwerk der Behörde aus dem Takt bringen. In einem von hochrangigen F&E-Managern namhafter Firmen unterzeichneten offenen Brief, den der Branchenverband EFPIA am Montag auf seiner Website veröffentlichte, wird die Forderung laut, der europäische Ministerrat möge bereits bei seinem nächsten Treffen Mitte Juni darüber entscheiden, wo die EMA künftig anzusiedeln sei.

Die Behörde ist seit ihrer Gründung 1995 in London ansässig. Dort ist sie mit rund 900 Mitarbeitern die größte EU-Körperschaft. Nötig macht den Wegzug das mehrheitliche Votum der Briten, aus der EU auszutreten.

Nicht weniger als 21 EU-Mitgliedsstaaten haben einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge inzwischen den Wunsch angemeldet, die EMA aufzunehmen. Dazu zählten unter anderem Italien, Spanien, Frankreich, Schweden, Dänemark, Irland und Polen. Auch aus Deutschland wurde vielfach Interesse laut. So haben sich in den zurückliegenden Monaten für den neuen EMA-Sitz Bonn, Frankfurt, Hamburg, Berlin oder auch das Saarland ins Gespräch gebracht.

Die EMA ist unter anderem für Fragen der Arzneimittelsicherheit sowie die gesamte fachliche Vorarbeit zur zentralen, EU-weiten Arzneimittelzulassung zuständig. Die eigentliche Zulassungsentscheidung trifft die EU-Kommission.

Die negativen Auswirkungen, sollte ein rechtzeitiger Beschluss zum künftigen EMA-Sitz ausbleiben oder deren neue Heimat wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen oder auch Anforderungen der Mitarbeiter und ihrer Familien nicht erfüllen, seien unabsehbar, heißt es in dem offenen Brief. Europa, warnen die Pharmamanager, besitze keinerlei Absicherung gegen ein Scheitern des Behörden-Transfers. (cw)

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