Jahresbilanz

Pharmakonzern Sanofi steigert Gewinn

Sanofi blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Vor allem die Tochter Genzyme macht Freude.

Veröffentlicht:

PARIS. Der französische Pharmakonzern Sanofi hat im vergangenen Jahr vor allem vom Umsatzwachstum seiner Tochter Genzyme und im Impfstoffgeschäft profitiert. Insgesamt sind die Erlöse von Sanofi 2015 um 9,7 Prozent auf rund 37,1 Milliarden Euro gestiegen.

 Auch der schwächere Euro hat das Umsatzwachstum gestärkt, zu konstanten Wechselkursen hätte sich ein Zuwachs von 2,2 Prozent ergeben, teilte das Unternehmen aus Anlass der Vorlage seiner Bilanz am Dienstag in Paris mit.

Der Gewinn stieg demnach um 7,7 Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen wäre er allerdings um 0,9 Prozent gefallen. Vorgeschlagen wird eine Erhöhung der Dividende auf 2,93 Euro, die 22. Erhöhung in Folge, heißt es.

Im vierten Quartal 2015 stiegen die Erlöse bei Sanofi um 2,3 Prozent auf rund 9,28 Milliarden Euro, zu konstanten Wechselkursen ein Minus von 1,6 Prozent. Die Gewinne sanken wechselkursbereinigt um 12,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, wobei hier Einmaleffekte den Gewinn geschmälert hätten.

Diabetes-Geschäft leidet unter Patentablauf

Im wichtigen Segment Diabetes, das unter dem Patentablauf und unter zunehmenden Rabatten in den USA beim Top-Seller Lantus® (Insulin Glargin, Umsatz 2015: 6,39 Milliarden Euro) leidet, gingen die Umsätze um 6,8 Prozent zu konstanten Wechselkursen zurück. Das neue Basalinsulin Toujeo® (Glargin U300), ist mittlerweile laut Sanofi in mehr als 20 Ländern verfügbar. Die Erlöse lagen im vierten Quartal bei 98 Millionen Euro, konnten die Mindererlöse bei Lantus® jedoch noch nicht auffangen.

Sehr gut lief es im vergangenen Jahr bei der Tochter Genzyme. Sie steigerte die Erlöse um 29,5 Prozent auf rund 3,66 Milliarden Euro. Sie profitierte dabei vor allem vom Wachstum um rund 112 Prozent bei den Multiple-Sklerose-Präparaten Aubagio® (Teriflunomid) und Lemtrada® (Alemtuzumab) auf jetzt 1,1 Milliarden Euro.

 Aber auch die Genzyme-Sparte mit Präparaten für seltene Erkrankungen wuchs mit 11,4 Prozent kräftig. Bei Impfstoffen verzeichnete Sanofi ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Weiteres Wachstum erhofft sich Sanofi von der Vakzine gegen Dengue-Fieber Dengvaxia®. Sie sei mittlerweile in Mexiko, Brasilien, El Salvador und den Philippinen zugelassen.

Sparten-Tausch mit Boehringer Ingelheim geplant

Die Sparte Tiergesundheit verzeichnete ebenfalls ein kräftiges Wachstum von 10,8 Prozent zu festen Wechselkursen auf 2,5 Milliarden Euro. Leicht im Plus war die Sparte OTC (3,5 Milliarden Euro, plus 2,8 Prozent zu festen Wechselkursen). Sanofi plant, die Tiergesundheit gegen die OTC-Sparte von Boehringer Ingelheim zu tauschen.

 Bis Ende des Jahres soll das Geschäft abgeschlossen sein. "Das würde uns die Marktführerschaft bei OTC einbringen", so Olivier Brandicourt, CEO bei Sanofi, laut Pressemitteilung des Unternehmens. Der Tausch sei ein erster wichtiger Schritt bei der Umschichtung des Portfolios, so Brandicourt.Die Sparte Generika wuchs 2015 um 7,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Die etablierten verschreibungspflichtigen Produkte, zu denen unter anderen die Blockbuster Plavix® (1,9 Milliarden Euro) und Lovenox® (1,7 Milliarden Euro) zählen, gingen insgesamt um 2,3 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro zurück. Leicht im Minus lag auch die Onkologie (1,5 Milliarden Euro, minus 1,9 Prozent).

Der Ausblick des Unternehmens für das laufende Jahr ist eher vorsichtig: Sanofi hofft auf einen Gewinn auf Vorjahreshöhe. Sanofi setzt auch auf seine Forschungspipeline. 14 Wirkstoffe seien derzeit in Phase III, oder die Zulassung sei beantragt. "Die Einführung innovativer Medikamente wird uns in Zukunft ein beschleunigtes Wachstum ermöglichen", sagte Brandicourt in Paris. (ger)

Mehr zum Thema

Preisverleihung

Galenus-Preis 2021: Preisträger werden gekürt

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Impetigo bei einem fünf Jahre alten Kind.

© FotoHelin / stock.adobe.com

practica 2021

Bei Impetigo contagiosa ist Abstrich meist überflüssig

Gut ausgebildete Medizinische Fachangestellte werden immer häufiger aus den Praxen abgeworben, beklagt Virchowbund-Vorsitzender Dr. Dirk Heinrich. In der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie systemrelevant MFA sind.

© Virchowbund

MFA häufig abgeworben

Virchowbund-Chef: „Ein Arzt alleine ist noch keine Praxis!“

Will beim 125. Deutschen Ärztetag Vizepräsident der Bundesärztekammer werden: Dr. Günther Matheis, Thoraxchirurg und Kammerchef Rheinland-Pfalz.

© Ines Engelmohr

Exklusiv Dr. Günther Matheis im Interview

„Hedgefonds werden auch im KV-System zu einem Problem“