Positives Echo auf Brüsseler Lanze für Fremdbesitzverbot

NEU-ISENBURG (maw). Die Reaktionen auf die Brüsseler Lanze für das deutsche Fremdbesitzverbot von Apotheken hat überwiegend positive Resonanzen erfahren. Am Dienstag hatte der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshofs (EuGH), Yves Bot, die Auffassung vertreten, wonach die aktuelle deutsche Rechtssituation, dass nur zugelassene Pharmazeuten eine Apotheke besitzen dürfen, auch mit europäischen Rechtsvorschriften vereinbar sei.

Veröffentlicht:

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sieht sich in ihrer bisherigen Haltung bestätigt. Neun von zehn Patienten unterstützten die Einschätzung Bots, so die ABDA. Dabei beruft sie sich auf eine aktuelle repräsentative Umfrage. Die Qualität der Arzneimittelabgabe stehe demnach in engem Zusammenhang mit der Unabhängigkeit des Apothekers. "Das Abraten von einem unpassenden Präparat können sich Apotheker nur erlauben, wenn die heilberufliche Komponente die betriebswirtschaftliche überwiegt - und das ist nur bei einer inhabergeführten Apotheke möglich", so ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf.

Der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) sieht Bots Votum als klares Bekenntnis zur Patientensicherheit in Europa. "Für uns als Krankenhausapotheker, die wir eine besondere Verantwortung für die Sicherheit der Arzneimitteltherapie in der Klinik tragen, ist die Vorstellung einer ketten-gesteuerten Pharmazie ausgesprochen bedenklich", kommentiert ADKA-Präsident Holger Hennig.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wertet das Brüsseler Votum als gutes Signal für Apotheken und Arzneiversorgung, "Bots Feststellungen belegen, welchen Stellenwert die inhabergeführte Apotheke für die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung hat", so BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp.

Pro Generika, der Branchenverband der Generikahersteller in Deutschland, begrüßt ebenfalls das Signal aus Brüssel. Pro Generika-Geschäftsführer Peter Schmidt: "Die Generikahersteller sehen sich in ihrer Überzeugung bestätigt, auf die inhabergeführte Apotheke zu setzen. Nur sie bietet die unabhängige Beratung, die Kunden dringend benötigen."

Celesio, die Muttergesellschaft der klagenden Apothekenkette DocMorris, erwartet nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Fritz Oesterle Klarheit über die Entwicklung des deutschen Apothekenmarktes.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wechselwirkungen

Diese Medikamente sind bei Herzinsuffizienz riskant

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Atemwegserreger

RKI: RSV-Welle deutet sich an

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine ältere Frau klagt über Gelenk- und Muskelschmerzen in ihren Händen.

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?