Auszeichnung

Preisgekrönte E-Health-Ansätze

Drei E-Health-gestützte Kooperationsprojekte reüssieren beim diesjährigen Preis der Gesundheitsnetz- werker.

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Berlin. In Deutschland haben die verschiedensten Player im Gesundheitswesen Ideen für integrierte Versorgungsprojekte oder Versorgungsnetze. Die höchste Hürde für die Realisierung solcher Ideen ist jedoch die Frage der Bewährung in der Versorgungsrealität.

Drei Kooperationsprojekte, die diese Hürde längst gemeistert haben, sind am Mittwoch in Abwesenheit ihrer jeweiligen Vertreter mit dem diesjährigen Preis der Gesundheitsnetzwerker ausgezeichnet worden. Ein Vertrag nach § 140 a-d SGB V ist keine Voraussetzung für die Bewerbung um den Preis. Der von Berlin-Chemie initiierte Kongress, in den die Preisverleihung üblicherweise eingebettet ist, fiel bedingt durch die Corona-Entwicklungen aus.

Versorgung aus einer Hand

Den ersten Preis sicherte sich die HaffNet Management GmbH aus Ueckermünde mit ihrem Ansatz zur vernetzten Versorgung aus einer Hand. Das Ärztenetz HaffNet und die AOK Nordost versorgen innerhalb des Vertrages „Mein AOK-Gesundheitsnetz“ gut 7000 Versicherte, alle Sektoren sind dabei einbezogen.

Zusammen mit örtlichen Kliniken wurde mit Hilfe einer gemeinsamen elektronischen Patientenakte (ePA) das Einweisungs- und Entlassmanagement koordiniert, wie es von Juryseite heißt. Verschiedene bestehende Behandlungspfade des Netzes seien um stationäre Teile ergänzt.

Die Akte stelle alle notwendigen Informationen strukturiert zur Verfügung, bei besonders komplexen Fällen koordinieren Case Manager. Mittels definierter Qualitätskriterien würden die medizinischen Outcomes gemessen, die wirtschaftliche Evaluation erfolge im Rahmen der Netzarbeit. Projektziele bei Haffnet sind reibungslose Versorgungsübergänge sowie die Arzneimitteltherapiesicherheit.

Elektronische Visite als Plattform

Wie Projektleiter Christian Klose an anderer Stelle im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ betonte, soll die Teilnahme allen Akteuren im Gesundheitswesen offen stehen – auch anderen Krankenkassen. „Der Wettbewerb kann nicht um die Infrastruktur gehen“, so Klose. Gewünscht sei eine einheitliche Infrastruktur.

Der zweite Preis der Gesundheitsnetzwerker ging dieses Jahr an das Praxisnetz Medizin und Mehr (MuM) aus Bünde für sein Projekt „SoMa-WL Wundmanagement“. Bei SoMa-WL handelt es sich um ein ärztlich gesteuertes, E-Health-gestütztes Wundkonzept, bei dem die netzeigene Wundexpertin die Netzpatienten vor Ort versorgt und bei Bedarf den behandelnden Arzt mittels elektronischer Visite (elVi) hinzuziehen kann.

Die ärztliche Steuerung des gesamten Prozesses ist so ressourcenschonend möglich, die digitale Dokumentation für beide Seiten zugänglich, keine Doppelarbeit nötig. Erfunden hat elVI der Arzt und MuM-Vorstand Dr. Hans-Jürgen Beckmann.

Diagnostik via Telemedizin

Mit dem dritten Preis zeichneten die Gesundheitsnetzwerker das TelemedNetz.SH der ife Gesundheits-GmbH aus Nehmten aus. Dieses sektorübergreifende Telemedizinnetz in einer strukturschwachen Gegend übernimmt zwei Aufgaben: die telemedizinische Notfalltriage und die Routine-/Akutbetreuung für Heimbewohner. Möglich ist das nach eigenen Angaben durch eine umfangreiche telemedizinische Diagnostik, die so bislang einzigartig in Deutschland angeboten werde. So könne die telemedizinische Betreuung in bislang nicht bekanntem Maß vorgenommen werden, heißt es. (maw)

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