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Corona-Virus

Quarantäne wegen SARS-CoV-2 bedroht Versorgung in NRW

Die vom Robert Koch-Institut vorgeschriebenen Quarantänemaßnahmen erschweren Kliniken in NRW, die Versorgung aufrecht zu erhalten. Die Behörden weichen dort deshalb von den RKI-Empfehlungen ab.

Veröffentlicht:

Heinsberg/Aachen. Immer mehr Corona-Fälle zwingen Gesundheitsorganisationen in Nordrhein-Westfalen in die Knie: Um die medizinische Versorgung in den besonders betroffenen Regionen aufrecht zu erhalten, weichen die Behörden von den geltenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ab, Kontaktpersonen von SARS-CoV-2-Patienten vorsorglich unter Quarantäne zu stellen.

Betroffen von den Sonderregelungen sind nach derzeitigem Kenntnisstand der Kreis Heinsberg sowie die Stadt und die Region Aachen – hier vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Nicht sofort Berufsausübungsverbot

Konkret heißt das: „Nicht jeder Arzt, der Kontakt zu einem Corona-Patienten hatte, bekommt sofort ein Berufsausübungsverbot“, wie eine Sprecherin des Kreises Heinsberg erläutert. „Andernfalls hätten wir Schwierigkeiten, die medizinische Regelversorgung aufrecht zu erhalten.“

Ärzte hatten dort in einem Brief vor dem Zusammenbruch der medizinischen Versorgung an der Basis und in den Krankenhäusern gewarnt.

Auch für die Krankenhäuser in Aachen und der gesamten Region gilt seit Montagabend, dass die Krankenhaus-Mitarbeitenden ohne Symptomatik nicht mehr unter Quarantäne gestellt werden. Stattdessen werden in den Krankenhäusern besonders gefährdete Patientengruppen durch spezifische Maßnahmen geschützt. Dazu können zum Beispiel partielle Besuchsverbote gehören. Über den Beschluss der Krisenstäbe sei das NRW-Gesundheitsministerium informiert, erklärte die Stadt.

Ganz konkrete Bedrohung

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte am Donnerstag im „WDR“ jedoch, dass „medizinisches Personal, bei dem eine Infektion bestätigt wurde, nicht im Dienst bleiben“ kann.

Hintergrund für die Abweichungen von den allgemeinen Empfehlungen sind konkrete Einzelfälle, die die Patientenversorgung bedrohen.

So hatte die Uniklinik RWTH Aachen am Montagnachmittag folgendes Szenario gemeldet: Eine Pflegekraft der Neonatologie wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet. In den Tagen zuvor hatte sie auf der Intensivstation mit etwa 45 Mitarbeitern Kontakt. Nach den Empfehlungen des RKI hätten diese in den kommenden 14 Tagen unter Quarantäne gestellt werden müssen. Das hieße, dass die Arbeit auf der Intensivstation zum Erliegen käme.

Hier laufe läuft der Betrieb unter deutlich erhöhten Schutzmaßnahmen weiter, so Laumann im WDR. „Diese umfassen neben dem durchgängigen Einsatz von Schutzkleidung auch das tägliche Testen des Personals auf eine mögliche Infektion.“ (mu)

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