Nordrhein

„Rheinlandärzte“ fordern Honorar für Hygiene und Datenschutz

Veröffentlicht: 15.01.2020, 13:37 Uhr

Köln. Die niedergelassenen Ärzte brauchen Transparenz über die Kosten, die ihnen durch die Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben zu Bereichen wie Qualitätsmanagement, Hygiene oder Datenschutz entstehen – und endlich eine angemessene Vergütung für den Zusatzaufwand. Das fordert die Ärztekooperation „Rheinlandärzte“ vom Niederrhein.

Unter der Dachmarke „Rheinlandärzte“ haben sich Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammengeschlossen. Zu den Zielen gehören die vernetzte Patientenversorgung und der gemeinsame Einkauf. Die „Rheinlandärzte“ betreiben zwei Medizinische Versorgungszentren.

Viele der gesetzlichen Vorgaben seien durchaus sinnvoll, sagt der Willicher Radiologe Dr. Benjamin Fritz, der die „Rheinlandärzte“ gemeinsam mit dem Hausarzt Dr. Arndt Berson aus Kempen gegründet hat.

Das gelte beispielsweise für die Anforderungen an ein professionelles Qualitätsmanagement. „Wir als niedergelassene Ärzte müssen aber die Möglichkeit haben, die Ideen des Gesetzgebers auch richtig und korrekt umzusetzen“, betont Fritz. Dazu gehöre nun einmal ein angemessenes Budget.

Den Ärzten geht es um Gleichbehandlung

Bei Krankenhäusern und Pflegeheimen würden solche Kosten in die Pflegesatzverhandlungen einbezogen. Beim Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) und der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sehe das anders aus. „Es geht uns um Gleichbehandlung“, sagt er.

Fritz und Berson haben sich mit ihren Forderungen in einem Brief an die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) gewandt. Die KVNo habe bereits reagiert, berichtet der Radiologe.

Auch die Kassen erkennen Handlungsbedarf

Die KV hat die Ärzte darüber informiert, dass die Kosten für Datensicherheit und Hygiene in die Honorarverhandlungen für 2019 zwar einbezogen waren, aber noch keinen Niederschlag gefunden haben. Nach Angaben der KVNo haben die Krankenkassen den Handlungsbedarf aber erkannt, in absehbarer Zeit würden zusätzliche Mittel bereitgestellt. „Wir werden an dem Thema dran bleiben“, kündigt Fritz an. (iss)

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