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Corona-Nebeneffekt bei Versicherungen

Schadensbilanz: Corona-Pause bringt Versicherten bares Geld

Durch die Corona-Pandemie gab es im vergangenen Jahr weniger Autodiebstähle und Wohnungseinbrüche. Manche Versicherer geben die damit verbundenen Einsparungen an ihre Kunden weiter.

Von Herbert Fromme Veröffentlicht:
Wohnungseinbrecher haben zu Coronazeiten kaum Chancen, unbemerkt einzusteigen.

Wohnungseinbrecher haben zu Coronazeiten kaum Chancen, unbemerkt einzusteigen.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Köln. Weniger Einbrüche, Diebstähle und Autounfälle: Der Stillstand durch die Pandemie hat auch seine positiven Seiten. So sind nach der aktuellen Kriminalitätsstatistik Delikte wie Autodiebstähle und Wohnungseinbrüche um fast 16 beziehungsweise fast 14 Prozent zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass auch viele Versicherer weniger Schäden bezahlen müssen.

Manche Versicherer reagieren und bieten Kunden in der Corona-Pandemie Unterstützung an. So verzichtet die Axa bei Kunden in systemrelevanten Berufen darauf, sie bei einem Schaden in der Kfz-Versicherung beim Rabatt hochzustufen. Die DEVK bietet einen Zahlungsaufschub zwischen einem Monat und drei Monaten an. Bei der Allianz können Autofahrer ohne Nachteile den Nutzerkreis auf alle Familienangehörigen und auf Helfer wie Pflegerinnen und Pfleger oder Nachbarn ausdehnen.

Kilometer müssen stimmen

Aber auch bares Geld kann fließen, denn im vergangenen Jahr gaben die Gesellschaften insgesamt 2,3 Milliarden Euro weniger für Schäden in der Autoversicherung aus als 2019. Das ist ein Rückgang um 9,1 Prozent. Die Menschen fuhren weniger, deshalb gab es viel weniger Unfälle. Weil Angestellte im Home-Office arbeiten, geht auch die Zahl der Einbrüche zurück – und damit der Aufwand in der Hausratversicherung.

16% weniger Beitragskosten zahlen Versicherungsnehmer, die mit ihrem Auto 12 .000 Kilometer im Jahr fahren im Vergleich zu Fahrern, die 16 .000 Kilometer zurücklegen. Das hat Check24 ermittelt.

Manche Versicherer geben diese Einsparungen an ihre Kunden weiter. So hat die HUK-Coburg Kunden in der Hausratversicherung insgesamt 35 Millionen Euro erstattet. Versicherte müssen dafür nichts tun, sie bekommen den Betrag bei der nächsten Beitragsrechnung gutgeschrieben, sagt eine Sprecherin. „Voraussetzung ist, dass der Vertrag im vergangenen Jahr schadenfrei war und der Kunde auch 2021 noch bei der HUK-Coburg den Vertrag hat.“ Die Coburger Gesellschaft hat außerdem bekannt gegeben, dass sie in der Kfz-Versicherung aus Sondergewinnen in der Pandemie Kunden insgesamt 225 Millionen Euro erstattet. Das machen viele Gesellschaften, unter anderem auch die Allianz und die DEVK.

Von denen, die Geld zurückgeben, erstatten die meisten Versicherer jedoch nur dann einen Teil des Beitrags, wenn Kundin oder Kunde weniger Kilometer gefahren sind als vorher erwartet. Wer mit seinem Pkw 12 .000 Kilometer im Jahr zurücklegt, zahlt durchschnittlich 15,8 Prozent weniger als Kunden mit 16 .000 Kilometern, hat das Vergleichsportal Check24 ausgerechnet. Wichtig: Die angegebene reduzierte Kilometerleistung muss stimmen, sonst gibt es bei einem möglichen Schaden viel Ärger.

Versicherte müssen der Gesellschaft die reduzierte Kilometerleistung während des Versicherungsjahres mitteilen, das ist meistens das Kalenderjahr. Das geht per Brief, per Mail, über das Kundenportal oder beim Vertreter. Die Allianz hat im Jahr 2020 bei 350 .000 Kunden eine Beitragsreduzierung von insgesamt 20 Millionen Euro vorgenommen, das sind im Schnitt 57 Euro. Marktführer HUK-Coburg hat die Beiträge von 500 .000 Autofahrern, die reduzierte Fahrleistungen gemeldet haben, um 40 Millionen Euro reduziert, also 80 Euro pro Kopf.

Auch DEVK zahlt zurück

Dazu kommt, dass die HUK-Coburg ihre Kunden auch noch direkt an den Einsparungen beim Schadenaufwand beteiligt. Dabei gibt sie weitere 150 Millionen Euro zurück, zusammen mit den 40 Millionen Euro wegen niedrigerer Fahrleistung fließen so 190 Millionen Euro an Autofahrer. Die 150 Millionen Euro führen zu Beitragssenkungen zwischen 2,5 Prozent und 20 Prozent.

Das Geld soll mittels einer Reduzierung der Rechnung fließen, die im Jahr 2021 für 2022 fällig wird. Die Kölner DEVK geht ähnlich vor: Sie erstattet einer Million Kunden in Summe 13 Millionen Euro, also 13 Euro pro Kunde – und das zusätzlich zu den Rückzahlungen, die wegen verringerter Kilometerleistungen fließen.

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