Pflege

Sensor-Pflaster überwacht Bewegungsdaten von Heimbewohnern

Ein neues Sensorpflaster soll melden, wo sich Patienten aufhalten und ob sie Hilfe benötigen.

Veröffentlicht: 06.09.2018, 11:00 Uhr

FÜRTH. Stürze melden, den Aufenthaltsort überwachen, Wundliegen verhindern - das alles soll das Pflegepflaster "Moio" können.

Von Oktober bis Dezember dieses Jahres wird es in einer Praxisphase an Pflegeeinrichtungen erprobt. Moio soll helfen, die Pflege von Senioren, besonders dementen, zu verbessern. Entwickelt hat das Produkt der Gerontologe Jürgen Besser, 2017 gründete er die Moio GmbH.

Kernstück des Produktes ist ein Sensormodul, das Bewegungsdaten einer Person erfassen und per Software auswerten kann. Bei Bedarf werden die Daten per Mobilfunk an eine App geschickt.

Stürze werden sofort gemeldet

Die kann von einer Pflegekraft oder einem Angehörigen abgerufen werden. Betreut eine Pflegekraft mehrere Patienten, liefert ihr die App eine übersichtliche Gesamtdarstellung.

Bei dementen Patienten meldet sich die App, sobald die Person einen vorher festgelegten Umgebungsbereich verlässt. Zusätzlich kann der aktuelle Standort geortet werden. Ein Sturz wird ebenfalls sofort mitgeteilt. Zudem kann erfasst werden, wie viel sich eine Person bewegt.

Das soll insbesondere helfen, bei Bettlägerigen Druckgeschwüre zu verhindern. Das Moio-Modul wird in einem Stoffpflaster verpackt am Rücken getragen. Laut Hersteller spüren die Träger das Pflaster kaum.

Nach Abschluss der Erprobung soll Moio 2019 etwa zeitgleich in der Heim-Version und in der Variante für professionell Pflegende auf den Markt gebracht werden. Für die Nutzung soll es vom Hersteller gemietet werden.

Erprobung läuft

Verschiedene Einrichtungen und Einrichtungsträger haben sich bereits zur Teilnahme an der Erprobung bereit erklärt.

Mit dabei sind etwa die Diakonie Neuendettelsau, die Soziale-Service Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes oder das Martha Maria Krankenhaus Nürnberg. Bei erfolgreicher Evaluation könnten sie zu langfristigen Moio-Nutzern werden.

Parallel entwickelt die Firma eine Version zur Anwendung in Privathaushalten. (cmb)

Mehr zum Thema

App auf Rezept

Die Crux mit klinischen Studien zum Nutzennachweis

App auf Rezept

Knaller oder Rohrkrepierer?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Herzinfarkt-Symptome im Alter öfter atypisch

Grund für späten Notruf?

Herzinfarkt-Symptome im Alter öfter atypisch

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden