Anlagen-Kolumne

Soziale Verantwortung hört nicht bei der Geldanlage auf

Die Balance von Ökonomie und Ökologie gewinnt auch für Anleger an Bedeutung. Das nachhaltige Investment soll Ressourcen für künftige Generationen schonen.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

In der Nacht zum 1. Januar 2011 haben schätzungsweise 6,934196 Milliarden Menschen auf der Erde gelebt, rund 80 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Und die Menschheit wächst weiter: jede Sekunde um durchschnittlich 2,6 Erdenbürger. Die Folge: Immer mehr Menschen benötigen Basisgüter wie Wasser und Energie.

Das zwingt uns, knappe Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Zugleich steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten, die sich positiv auf die Lebensqualität auswirken, stetig. Ökologische Themen, wie die nachhaltige Bewirtschaftung und soziale Belange gewinnen an ökonomischer Bedeutung.

Darin steckt ein gewaltiges wirtschaftliches und damit letztlich auch für Investoren finanziell attraktives Wachstumspotenzial. Die Balance von Ökologie und Ökonomie ist die wohl bedeutendste Herausforderung für dieses Jahrhundert.

Bei der nachhaltigen Geldanlage soll das investierte Kapital so angelegt sein, dass die Investitionen die heutigen Bedürfnisse befriedigen, ohne die Ressourcen der kommenden Generationen zu gefährden. Mehr oder weniger strenge Auflagen bei der Auswahl von Zielinvestments sind zu unterscheiden. Es gibt ethische Fonds, aber auch religiös orientierte, Nachhaltigkeits- oder Umweltfonds - alle wiederum in zahlreichen Facetten.

Anleger mit zum Beispiel hohen ökologischen Ansprüchen, dürften sich mit dem "nachhaltigsten" großen Ölkonzern auch dann nicht wohlfühlen, wenn dieser auch in regenerative Energien investiert. Für Best-in-Class Nachhaltigkeitsfonds ist dies weniger ein Problem.

Wer nicht in Aktien anlegen will, sondern in nachhaltig bewirtschaftete Waldflächen, der kann sich das Zertifikat auf den ersten offenen Waldfonds Focus Global Forests (WKN A0PL0R) ins Depot legen. Die Waldflächen werden von Sachverständigen bewertet und unterliegen nicht den Schwankungen einer börsennotierten Aktiengesellschaft. Trotz der Solidität der Investments sollte immer eine längerfristige Halteabsicht bestehen.

Vermögende Privatkunden in Europa haben den Anteil nachhaltiger Investments seit Beginn der Finanzkrise um etwa ein Drittel auf etwa elf Prozent des Vermögens angehoben.

Eine Regel gilt weiter: Wirklich nachhaltig kann ein Investment nur sein, wenn es nicht nur ökologischen und sozialen Anforderungen genügt, sondern auch ökonomisch erfolgreich ist. Das ist wichtig, da es unter ökologischen Investments besonders viele Hoffnungstitel gibt, die für ein solides Engagement nichts taugen.

Zur Person: Gottfried Urban ist Fondsmanager der Neue Vermögen AG. Mehrfach wurde er für seine Leistungen in der Vermögensverwaltung ausgezeichnet.

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