Hygienekosten

SpiFa: An Protestaktion beteiligen sich rund ein Drittel der Fachärzte

Die Fachärzte haben ihre Hygienekosten-Protestaktion entschärft: Davon, den Patienten eine Deckungszusage Ihrer Kasse für die Medizinprodukte-Aufbereitung abzuverlangen, ist inzwischen keine Rede mehr.

Von Christoph WinnatChristoph Winnat Veröffentlicht:

Berlin. Auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“ hat der SpiFa (Spitzenverband Fachärzte Deutschlands) aktuelle Details seiner Protestaktion mitgeteilt, mit der erreicht werden soll, dass sich die Krankenkassen angemessener an den Hygienekosten in Facharztpraxen beteiligen.

Wie berichtet, hatte der SpiFA zu Wochenbeginn eine Verlängerung der Aktion angekündigt und im Zuge dessen auch von Stellenabbau in Facharztpraxen gesprochen, sollten die Kassen weiterhin kein Entgegenkommen in Sachen Hygieneaufwand zeigen. Nach der jüngsten Sitzung des Steuerungsgremiums der Kampagne am Dienstagabend ließ ein Verbandssprecher wissen, dass die Aktion hauptsächlich in Praxen „ambulant-operativer Fachrichtungen“ stattfinde. Darüber hinaus aber auch bei Gynäkologen „oder Fachrichtungen, die bildgebende Verfahren einsetzen“. Nach Schätzungen der SpiFa-Mitgliedsverbände liege die Beteiligung derzeit bei „etwa einem Drittel aller Mitglieder“.

Patientenschreiben an den Spitzenverband

Aber: Das zunächst angekündigte Vorhaben, von den Patienten eine Kostendeckungszusage ihrer Kasse für die Medizinprodukte-Aufbereitung einzufordern, ist abgeblasen. Stattdessen würden nun Fachärztinnen und Fachärzte die Patienten über die Problematik aus ihrer Sicht informieren und um Unterzeichnung eines Schreibens an den GKV-Spitzenverband bitten.

In dem Musterbrief, der der Redaktion vorliegt, bekunden die Unterzeichner unter anderem Unverständnis darüber, „warum Sie als Spitzenverband und mit Ihnen meine Krankenkasse keine Notwendigkeit sehen, durch die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel den hohen medizinisch-hygienischen Standard zu erhalten und die zunehmend steigenden Hygieneanforderungen auf meine Ärztin/meinen Arzt abwälzen.“

Angaben, welche Leistungen bereits aus Protest reduziert wurden und in welchem Umfang, ließen sich wegen der fachgruppenübergreifenden Anlage der Kampagne nicht machen, so der SpiFa-Sprecher weiter. Nur soviel: In den teilnehmenden Praxen würden insbesondere „aufschiebbare Termine für Leistungen nicht vergeben.“ (cw)

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