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Stada macht sich vom Heimatmarkt unabhängiger

FRANKFURT/MAIN (dpa). Der Pharmakonzern Stada macht sich zunehmend unabhängiger von seinem Heimatmarkt Deutschland.

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Produktion und Vertrieb von Generika lohne sich im internationalen Vergleich hier immer weniger, berichtete das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt.

Nach den Worten des Vorstandschefs Hartmut Retzlaff konzentriert sich Stada weiterhin vor allem auf eigene und zugekaufte Markenprodukte sowie das besonders ertragreiche Geschäft in Osteuropa.

Das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt präsentierte mit einem Umsatz von 829,7 Millionen Euro (plus 7 Prozent) im ersten Halbjahr 2011 einen Rekordwert der Unternehmensgeschichte.

Der Konzerngewinn stieg um 12 Prozent auf 56,1 Millionen Euro. Starkes Wachstum zeigten die Märkte in Russland und Serbien sowie Spanien und Italien, wo die Gesundheitssysteme unter dem Spardruck verstärkt auf Generika zurückgriffen.

Minus auf dem deutschen Markt

In Deutschland ging der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr hingegen um 10 Prozent auf 233,1 Millionen Euro zurück. Im mit 28 Prozent Umsatzanteil immer noch größten Einzelmarkt setzt Stada nur noch jeden fünften Euro mit Nachahmermedikamenten um.

Diese sind vor allem wegen der wettbewerbsintensiven Rabattverträge unter Preisdruck geraten. Stada werde die Generika aber nicht aufgeben und sich auch weiterhin auf die Ausschreibungen der Krankenkassen bewerben.

Er rechne in drei bis vier Jahren mit besseren Geschäften, zumal derzeit kleinere Unternehmen vom Markt gingen, sagte Retzlaff. Es gebe auch keine Lücke bei den auslaufenden Patenten.

Weniger Beschäftigte in Russland

Planmäßig sank die Zahl der Beschäftigten um drei Prozent auf 7810. Davon sei aber die Zentrale in Bad Vilbel nicht betroffen, erklärte Produktionsvorstand Axel Müller. Hier arbeiteten Ende Juni 885 Leute und damit 30 mehr als vor einem Jahr.

Stada will drei Fabriken in Russland und Irland wegen nicht benötigter Produktionskapazitäten verkaufen. Die Werke in Bad Vilbel und Pfaffenhofen seien nicht betroffen. Stada produziert auch noch in Serbien, Bosnien, Montenegro, China und Vietnam.

Für den geplanten Erwerb eines größeren Marken-Portfolios des Herstellers Grünenthal für rund 360 Millionen Euro im vierten Quartal will sich Stada am Kapitalmarkt die notwendigen Mittel besorgen.

Zu diesem Zweck soll noch in diesem Quartal erneut eine Unternehmensanleihe ausgegeben werden, berichtete Finanzchef Helmut Kraft. Im Jahr 2010 hatte Stada leicht eine Anleihe von 350 Millionen Euro platzieren können.

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