Direkt zum Inhaltsbereich

Vergleich mit nordischen Staaten und Benelux-Ländern

Studie: Staat gibt viel für die Rente aus und ist Schlusslicht bei Bildungsausgaben

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat das staatliche Ausgabenprofil Deutschlands mit dem der Benelux-Länder und der nordischen Staaten verglichen. Die Ergebnisse fallen verheerend aus.

Veröffentlicht:
Deutschland nimmt eine Spitzenposition bei den Sozialausgaben im Ländervergleich ein. Anders sieht das bei den Bildungsausgaben aus.

Deutschland nimmt eine Spitzenposition bei den Sozialausgaben im Ländervergleich ein. Anders sieht das bei den Bildungsausgaben aus.

© Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin. Deutschland gibt selbst im Vergleich zu den nordischen Wohlfahrtsstaaten viel für die soziale Sicherung, aber wenig für die Bildung aus. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft hervor.

Dabei werden die Ausgaben aller föderalen Akteure zusammengefasst. Entsprechend umfassen die Werte für Deutschland nicht nur die Bundesausgaben, sondern auch die Ausgaben der Bundesländer, Kommunen sowie der Sozialversicherung.

Als Vergleichsregionen seien die Benelux-Länder, Österreich/Schweiz und die nordischen Länder herangezogen worden, weil sie hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und kulturellen Prägung Deutschland relativ ähnlich seien, heißt es.

Lesen sie auch

Aber auch hier sticht Deutschland hervor: Mit 41 Prozent der gesamten Ausgaben wende Deutschland mehr für die soziale Sicherung auf als die Vergleichsgruppen, insbesondere auch mehr als die nordischen Länder, heißt es. Knapp die Hälfte dieser Mittel entfalle dabei auf die Alterssicherung. „Vor allem die Alterssicherung zehrt einen großen Teil der Einnahmen auf“, sagt IW-Autor Dr. Björn Kauder.

Bei den Ausgaben für das Gesundheitswesen liege Deutschland mit 16 Prozent gemessen an den gesamten Ausgaben gemeinsam mit den Benelux- und den nordischen Ländern an der Spitze.

Lesen sie auch

Anders sieht die Verteilung bei den Bildungsausgaben aus. Relativ zu den Gesamtausgaben setzen sich Österreich und Schweiz sowie die nordischen Länder hier an die Spitze.

Beide Nachbarländer wendeten im gesamten Untersuchungszeitraum zwischen 2001 bis 2023 etwa 12 bis 13 Prozent ihrer öffentlichen Budgets für das Bildungswesen auf. In dem Vergleich folgen die Benelux-Länder mit 11 bis 12 Prozent. Der EU-Durchschnitt sank im Untersuchungsverlauf von 11 auf nur noch 9,6 Prozent.

In Deutschland sei nur „ein gewisser Aufwärtstrend“ erkennbar, allerdings auf „niedrigem Niveau“, so das IW. Demnach sind die öffentlichen Ausgaben von 8,6 Prozent (2001) auf zuletzt 9,2 Prozent gestiegen. Das Institut folgert, Deutschland sei im gesamten Untersuchungszeitraum bei den Bildungsausgaben „Schlusslicht unter den betrachteten Ländern und Ländergruppen“ gewesen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Wann sich Weltraum-Investments lohnen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!

Kaum erforscht

Mit Lungenfibrose wird das Sexleben zum Problem

Lesetipps
Es muss nicht immer die ganze Packung sein. Bei Abklingen der Symptome reicht oft eine kürzere Dauer der Antibiotikatherapie.

© umang / stock.adobe.com

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann