MFA-Vergütung

Tarifparteien streiten um 13. Monatsgehalt

Als "Arbeitsmotivation durch Sanktionen" bezeichnet der Verband der MFA den Vorschlag der Arbeitgeber, das 13. Monatsgehalt umzuwandeln.

Veröffentlicht: 05.05.2017, 15:00 Uhr

BERLIN. Auch in ihrer zweiten Verhandlungsrunde am 4. Mai konnten sich der Verband der medizinischen Fachberufe (VmF) auf MFA-Seite und die AAA aufseiten der Praxischefs nicht einigen. Dabei ging es vorrangig nicht einmal um die vom VmF geforderte Gehaltssteigerung von linear sechs Prozent (wir berichteten), sondern ums 13. Monatsgehalt.

Dieses will die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) am liebsten in eine Jahressonderzahlung umwandeln. Doch während sich die AAA zu den Details bedeckt hält, hat der VmF nun die Fakten des Angebots benannt: "Die Arbeitgeberseite hat vorgeschlagen, 50 Prozent des 13. Gehalts auf die monatlichen Tarifgehälter umzulegen und den Rest unter bestimmten Bedingungen jeweils Anfang Dezember auszuzahlen", erklärt Verbandspräsidentin Carmen Gandila. Damit stünden sich die MFA "erheblich schlechter" als bisher. Denn der Anspruch auf die vollen 50 Prozent werde an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt. Gandila: "So hätten die MFA unter anderem erst Anspruch auf die vollen 50 Prozent, wenn das Arbeitsverhältnis länger als drei Jahre bei demselben Arbeitgeber besteht. Beenden sie das Arbeitsverhältnis vor dem 1. April des darauffolgenden Jahres, dann müssten sie die Sonderzahlung sogar zurückzahlen."

Dabei hat der VmF in einer Online-Umfrage, an der sich 3408 MFA und Praxis-Azubis beteiligt haben, ermittelt, dass 64 Prozent der Chefs das 13. Gehalt zahlen. Und dass es 89 Prozent der Umfrageteilnehmer sehr wichtig bzw. wichtig ist. Mit der nun vorgeschlagenen Änderung solle Betriebstreue belohnt werden, so Gandila. "Das ist nichts anderes, als Arbeitsmotivation durch Sanktionen zu erhöhen. In Zeiten des bereits bestehenden Fachkräfteengpasses ist das für uns das falsche Signal."

Laut VmF wolle die Arbeitgeberseite damit auch die Akzeptanz des Tarifvertrages erhöhen und die Betriebsausgaben für die Praxen besser verteilen. An Akzeptanz in den Praxen mangelt es aber offenbar nicht, wie die Ergebnisse der Online-Umfrage des VmF ebenfalls zeigt. Ganz im Gegenteil, die Praxischefs zeigen sich mitunter bei der Bezahlung durchaus großzügig: 67 Prozent der Umfragteilnehmer haben bereits eine Tarifbindung, bei 14 Prozent lehne sich die Vergütung an den Tarif an und acht Prozent erhalten sogar ein höheres Gehalt, als es der Tarif vorsieht. Außerdem würden 15 Prozent der Praxischefs Sonderzahlungen gewähren.

Im Juni sollen die Verhandlungen weitergehen.(reh)

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