Medizinstudium

Tausende Ärzte treten in Südkorea wegen Streit mit Regierung zurück

Südkoreas Regierung will mehr Studienplätze im Fach Medizin schaffen. Das stößt bei Ärzteverbänden auf Widerstand. Es gibt Rücktritte junger Ärzte.

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Seoul. Tausende junge Ärzte haben in Südkorea aus Protest gegen neue Ausbildungspläne der Regierung einen Rücktritt von ihren Krankenhausposten eingereicht. Mehr als 6.400 Nachwuchsärzte an 100 Hospitälern hätten sich bisher der Kollektivaktion angeschlossen, und etwa 1.600 von ihnen seien nicht zur Arbeit erschienen, teilte Vize-Gesundheitsminister Park Min Soo am Dienstag vor Journalisten mit. Das Ministerium rief sie auf, sich wieder an ihre Arbeitsplätze zu begeben. An einigen Orten mussten demnach bereits geplante Operationen und andere Behandlungstermine verschoben werden.

Die Proteste und Rücktrittserklärung von Assistenzärzten und Ärzten in der Ausbildung haben bei den Menschen im Land große Besorgnis davor ausgelöst, dass es zu schwerwiegenden Engpässen bei der Patientenversorgung kommen könnte. Ärzteverbände kritisieren die in diesem Monat vorgelegten Pläne, mehr Studienplätze im Fach Medizin zu schaffen, um damit einem drohenden Ärztemangel vorzubeugen. Laut Regierung soll vom nächsten Jahr die Zahl der jährlich zugelassenen Medizinstudenten um 2.000 steigen.

Pläne der Regierung ohne Rücksprache mit Verbänden

Die Verbände werfen der konservativen Regierung von Präsident Yoon Suk Yeol vor, die Pläne ohne Rücksprache mit ihnen vorgelegt zu haben. Außerdem argumentieren sie, die Qualität der medizinischen Ausbildung könnte leiden, wenn mehr Studienplätze entstehen.

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Die Regierung hatte erklärt, an ihrem Vorhaben unbedingt festhalten zu wollen. Sie befürchtet, dass besonders in ländlichen Gebieten in den kommenden Jahren der Ärztemangel am stärksten spürbar wird. Laut Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommen in Südkorea rechnerisch 2,6 Ärzte auf 1.000 Einwohner. Damit liegt das Land deutlich unter dem Durchschnittswert von 3,7 unter den 38 Mitgliedsländern. (dpa)

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