Versorgung 2.0

TeleClinic führt elektronische AU ein

Krankschreibung im Fernkontakt ist bald nichts Besonderes mehr: Jetzt ist auch der Telemed-Partner der KV Baden-Württemberg dabei.

Veröffentlicht: 19.06.2019, 08:10 Uhr

MÜNCHEN. Das Münchener Unternehmen TeleClinic, Anbieter ärztlicher Fernkontakte via Telefon, PC oder Smartphone-App, führt jetzt auch eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein. Die eAU könne „ab sofort“ sowohl privat als auch gesetzlich Versicherten ausgestellt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Pro Quartal seien eine Erst- und eine Folgebescheinigung für jeweils maximal fünf Tage möglich.

Indikationseinschränkungen gebe es keine. Allerdings würden die Partner-Ärzte nicht leichtfertig Bescheinigungen ausstellen. „Unsere Ärzte lassen dabei die gleiche Sorgfalt walten, wie bei einer analogen Krankschreibung“, so TeleClinic-Geschäftsführerin Katharina Jünger.

Jünger weiter: „Die elektronische Krankschreibung setzt nicht die Hürden für eine Krankmeldung herab, sondern vereinfacht lediglich den Prozess. Eine Krankschreibung erfolgt nur, wenn der Arzt im Rahmen des telemedizinischen Arztbesuches eine hinreichende medizinische Indikation feststellen kann.“

Rechtliche Hürden gebe es keine. Jünger: „Unsere elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfüllt die formalen Anforderungen und ist vom Arbeitgeber anzuerkennen“. Einschränkungen gebe es lediglich für Kassenpatienten insofern, als sich mit der digitalen AU kein Krankengeld beansprucht lasse. Das sei jedoch nur relevant bei einer länger als sechs Wochen andauerenden Erkrankung, für die eine Fernkonsultation ohnehin nicht in Frage komme. (cw)

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