Celesio

Übernahme überraschend geplatzt

Die Übernahme des Pharmagroßhändlers Celesio durch den US-Konzern McKesson ist geplatzt. Die Mindestannahmeschwelle wurde auch nach Erhöhung des Angebots nicht erreicht.

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STUTTGART. Die Konsolidierung des internationalen Pharmahandels stockt: Die Übernahme der Celesio AG kommt nicht zustande, nachdem die von McKesson geforderte Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent der Aktien nicht erreicht wurde.

Das Scheitern des milliardenschweren Deals ist einigermaßen überraschend. Denn kurz vor Ablauf der Angebotsfrist am 9. Januar hatte der US-Konzern seine Offerte noch um 50 Cent je Celesio-Titel auf 23,50 Euro erhöht.

Damit sollte der Hedgefonds Elliott befriedigt werden, der bis dato als Celesio-Großaktionär das Übernahmevorhaben torpediert hatte. Schließlich stimmte Elliott-Chef Paul Singer zu.

Dass es trotzdem nicht reichte, wird in der Stuttgarter Celesio-Zentrale bedauert. "Eine Kombination von Celesio und McKesson hätte einen weltweit führenden Anbieter von Healthcare-Services geschaffen und Vorteile für Apotheken, Hersteller, Patienten und andere Kunden sowie für unsere Mitarbeiter gebracht", ließ Vorstandssprecherin Marion Helmes verlauten.

"Für Celesio kein Beinbruch"

Stephan Gemkow, Vorsitzender des Aufsichtsrates und Vorstandschef des Duisburger Mischkonzerns Haniel, der mit 50,01 Prozent die Mehrheit an Celesio hält, erklärte, "dass das Übernahmeangebot zunächst gescheitert ist", sei "für Celesio kein Beinbruch".

Die Formulierung nährt die Vermutung, dass sich Haniel weiterhin um einen Käufer für seine Stuttgarter Beteiligung bemüht und dabei wohl auch McKesson noch nicht völlig aus dem Rennen ist.

Offiziell hatte McKesson am 5. Dezember ein Angebot für alle börsengehandelten Celesio-Aktien abgegeben. Einschließlich der Haniel-Anteile sowie eines geplanten Rückkaufs von Wandelschuldverschreibungen hätte die Akquisition mehr als sechs Milliarden Euro gekostet.

Zuletzt bedeutete das Angebot McKessons einen Aufschlag von 42 Prozent gegenüber dem Kurs der Celesio-Aktie vor dem Aufkommen erster Übernahmespekulationen Anfang Oktober.

Für Haniel hätte daraus ein einigermaßen versöhnlicher Exit aus seiner mittlerweile 40 Jahre währenden Beteiligung an dem Pharmahändler werden können.

In den zurückliegenden Jahren litt Celesio unter erodierender Ertragskraft, was etwa dem verlustreichen Aufbau neuer, inzwischen wieder abgestoßener Geschäftsfelder geschuldet war.

Das führte zu erheblichen Spannungen zwischen dem Haniel-Management und den Celesio-Lenkern in Stuttgart. (cw)

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