Sachsen

Uniklinikum Leipzig verzeichnet hohe Verluste

Für die millionenschweren Verluste war „die Umsetzung des finanziell herausfordernden Tarifabschlusses 2019“ ein Einflussfaktor, heißt es.

Veröffentlicht: 17.07.2020, 11:02 Uhr

Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von 22 Millionen Euro abgeschlossen und wird auch in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust verbuchen. Im Jahr 2018 sei noch ein Gewinn von 3,4 Millionen Euro erzielt worden. Zu dem Minus von 2019 sagte Dr. Robert Jacob, kaufmännischer Vorstand, es „tröstet nur wenig, dass viele andere Krankenhäuser und zahlreiche Universitätsklinika aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen ebenfalls Verluste schreiben“.

Er führte verschiedene Gründe an, die seiner Ansicht nach zu dem Verlust von 2019 geführt haben. Eine Ursache sei, dass Mehrkosten der universitären Medizin durch das DRG-System nicht ausreichend finanziert würden. Hinzugekommen seien steigende Personalkosten. Diese hätten vom Anstieg des sächsischen Basisfallwerts, mit dem die Leistungen des Universitätsklinikums von den Krankenkassen bewertet werden, nicht ausreichend refinanziert werden können.

Einflussfaktor Tarifabschluss

„Ein Einflussfaktor für die Ergebnisentwicklung war daher die Umsetzung unseres finanziell herausfordernden Tarifabschlusses 2019 für die nichtärztlichen Mitarbeiter“, schätzte Jacob ein. Relevant gewesen seien außerdem Rückstellungen vor allem für Risiken aus möglichen Rechnungskürzungen der Krankenkassen im Rahmen von MDK-Prüfverfahren, die in den vergangenen Jahren „stetig zugenommen“ hätten.

Für dieses Jahr äußerte Jacob die Einschätzung, „es ist davon auszugehen, dass unter den derzeitigen Voraussetzungen kein ausgeglichenes Ergebnis möglich sein wird.“ Der medizinische Vorstand Professor Christoph Josten berichtete, eigentlich habe die Klinik für dieses Jahr mit steigenden Patientenzahlen gerechnet. Dies sei nach den Entwicklungen der letzten Monate, in denen zahlreiche Betten freigehalten worden seien, jedoch nicht mehr realistisch.

Das Klinikum ist neben Krankenhäusern in Chemnitz und Dresden einer der drei Maximalversorger in Sachsen. (sve)

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