Kommentar – Telematikinfrastruktur

Unnötige Verzögerungen

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Es ist schon erstaunlich. Da beklagt alle Welt die Verzögerungen beim Aufbau der Telematikinfrastruktur. Doch jetzt, wo die ersten echten medizinischen Anwendungen vor der Realisierung stehen, zeigt sich, dass immer noch nicht überall die nötigen Strukturen geschaffen sind, um bei Bedarf darauf zugreifen zu können.

Noch hat nur eine kleine Minderheit der Ärzte einen E-Arztausweis, der für den Zugriff auf die Notfalldaten und auf den elektronischen Behandlungsplan erforderlich sein wird. Aber bei den Ärzten sind zumindest die Strukturen für die Ausgabe der eHBA geschaffen.

Doch auch Rettungssanitäter sollten die Möglichkeit haben, im Notfall die Notfalldaten auszulesen, bevor der Notarzt auftaucht, auch wenn das auf die Schnelle manchmal vielleicht gar nicht möglich ist. Bisher fehlen dafür allerdings die Voraussetzungen, denn es hakt an der Umsetzung des dafür nötigen Gesundheitsberuferegisters, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage andeutet.

Es ist frappierend, wie langsam die Mühlen im föderalen Deutschland mahlen. Schon seit 2007 wollen die Länder das Register einrichten, bis heute ist der Staatsvertrag nicht ratifiziert, und es fehlt noch die Klärung, welche Berufsgruppen überhaupt einen E-Ausweis bekommen sollen. Kein Ruhmesblatt für die staatliche Verwaltung.

Lesen Sie dazu auch: E-Heilberufausweis: Alternativloses Register

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