VdAK warnt vor allzu teuren Hausärzten

SIEGBURG (HL). Die Pläne der Koalition zur Förderung der hausarztzentrierten Versorgung führen in Teilen zu einem Monopol des Hausärzteverbandes und widersprechen dem Ziel, durch Selektivverträge mehr Wettbewerb zu initiieren.

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Das kritisiert der Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbandes (VdAK) Thomas Ballast. So ist in der Koalition inzwischen Konsens, dass der Hausärzteverband dann ein gesetzliches Recht auf einen Vertragsabschluss hat, wenn in der jeweiligen Region mindestens 50 Prozent der Hausärzte verbandlich organisiert sind. Da die Verträge schiedsamtsfähig sind, ist garantiert, dass es zu einem wirksamen Vertrag kommt.

"Mit dieser Lösung erhalten die Hausärzte einen Anspruch auf einen Vertragsabschluss, der dem Wesen des Selektivvertrages widerspricht. Damit wird die Idee der freien Vertragsgestaltung ad absurdum geführt und das Vertragsmonopol von der Kassenärztlichen Vereinigung auf den Hausärzteverband überführt", so Ballast.

Er kritisiert ferner, dass der Gesetzgeber nun eine Verpflichtung der Kassen einführen will, bis zum 30. Juni 2009 Hausarztverträge flächendeckend abzuschließen. Das bedeute, dass Kassen zum Vertragsabschluss gezwungen seien - ohne Rücksicht darauf, ob solche Verträge den Versicherten nützen.

Für die Kassen könne das teuer werden, rechnet Ballast vor. Würde jeder vierte Ersatzkassenversicherte an einem Hausarztvertrag teilnehmen und würde für jeden eine zusätzliche Vergütung von zehn Euro gezahlt, dann bedeute dies eine Mehrbelastung von 142 Millionen Euro. Das wertet der VdAK-Chef als ein Wahlgeschenk an Hausärzte.

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