Entlassmanagement

Verbände-Streit bremst bessere Versorgung

Ein besseres Entlassmanagement scheitert bislang am Streit der Selbstverwaltung, bedauert die Krankenhausgesellschaft.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Krankenhäuser kommen beim Entlassmanagement nicht voran - obwohl die gesetzliche Grundlage vorhanden ist. Darauf hat Matthias Einwag, Hauptgeschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), hingewiesen.

Das Versorgungsstärkungsgesetz sieht vor, dass Krankenhäuser für bis zu sieben Tagen häusliche Krankenpflege, Soziotherapie, Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel verordnen sowie Arbeitsunfähigkeit bescheinigen können (Paragraf 39 Absatz 1a SGB V).

Damit soll eine Versorgungslücke geschlossen werden - etwa, wenn ein Patient nach der Entlassung aufgrund seiner körperlichen Verfassung nicht in der Lage ist, seinen niedergelassenen Arzt aufzusuchen. Mitte Dezember 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss dazu nach eigenen Worten "praxistaugliche Regelungen" beschlossen.

Doch deren Umsetzung in einem Rahmenvertrag zwischen KBV, Kassen und Deutscher Krankenhausgesellschaft stockt. Eine Einigung sei nicht in Sicht, sodass das Schiedsamt vermutlich entscheiden müsse, so die BWKG.

Denn beim Ausstellen von Rezepten durch Klinikärzte gibt es viele Detailprobleme, so beispielsweise bei der Rezeptkennzeichnung. Bis eine Lösung gefunden ist, müssen sich Patienten nach einem Klinikaufenthalt weiter an ihren Haus- oder Facharzt wenden, stellte die BWKG klar. (fst)

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag"-Podcast

Wie sagt man seinem Kind, dass man Krebs hat, Dr. Wagner?

Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird