KBV ist sauer

Verlängerung des Corona-Schutzschirms ist „Mogelpackung“

Der Corona-Schutzschirm ist verlängert, dennoch sind die Ärzte verärgert. „Die Politik lässt die Ärzte im Regen stehen“, schimpft die KBV.

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Berlin. Der Beschluss des Bundestages zur Verlängerung der epidemischen Lage in Deutschland vom Donnerstag stößt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sauer auf. Zwar sei mit dem Gesetz auch eine Verlängerung des Schutzschirms für Ärzte beschlossen worden. Das sei jedoch „eine Mogelpackung“, wird KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister in einer Mitteilung der KBV zitiert.

Leider seien die Regelungen des Schutzschirms von 2020 nicht einfach fortgeschrieben worden, kritisiert der KBV-Vorstand. Umsatzverluste aus extrabudgetären Leistungen wie Vorsorgeleistungen für Kinder und ambulante Operationen müssten nach der Neurgelung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen, also letztlich durch die Ärzte und Psychotherapeuten selbst, ausgeglichen werden.

„Das ist keine Wertschätzung für den enormen Einsatz der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und ihrer Praxisteams“, kommentiert Dr. Andreas Gassen laut Mitteilung die Entscheidung. „Richtig wäre es gewesen, die Praxen genauso zu behandeln wie Krankenhäuser, den öffentlichen Gesundheitsdienst und andere Akteure“, so Gassen weiter. Für sie würden anders als für Ärzte Steuermittel verwendet. Es sei „bitter“, dass die Politik „den ersten Schutzwall in der Pandemiebekämpfung nicht stärkt, sondern im Gegenteil sogar sehenden Auges schwächt“, schimpft Gassen.

In den vergangenen Wochen hatten KBV und andere Ärzteverbände immer wieder die Bedeutung des Schutzschirms auch für extrabudgetäre Leistungen hervorgehoben und dessen Verlängerung gefordert. (ger)

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