Kommentar

Verwirrspiel um Chronikerziffern

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Die Auseinandersetzung zwischen der KV Hessen und der Barmer GEK über angeblich falsch abgerechnete Chronikerziffern ist für Hausärzte nur schwer nachvollziehbar.

Ärzte, die Leistungen falsch abrechnen, schaden in erster Linie ihren Kollegen. Eine Krankenkasse kann von daher kein Geld zurückfordern. Sie tut es nach neueren Äußerungen möglicherweise auch gar nicht.

Wenn sich der Pulverdampf in diesem Streit einmal verzogen hat, könnte sich herausstellen, dass es in Wahrheit um etwas anderes geht - um Honorarverhandlungen für das übernächste Jahr, wenn es wieder um die Morbidität der Versicherten geht.

Und das ist für Ärzte an der Basis um so verwirrender: Lange Zeit hat die Aufsichtsbehörde vielen Kassen vorgeworfen, Ärzte dazu zu motivieren, durch Auswahl anderer ICD-Codes kränker zu machen, als sie eigentlich sind. Vorteil für die Kassen: höhere Zuweisungen aus dem Risikostrukurausgleich.

Die Barmer GEK scheint jetzt einen anderen Weg gehen zu wollen: Wenn es weniger Chroniker gibt, könnten die Zahlungen für die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung zurückgeschraubt werden.

So wird aus einem Streit um eine Abrechnungsziffer ganz schnell ein Politikum.

Lesen Sie dazu auch: Ziffern-Zoff: Barmer GEK sieht sich falsch verstanden Ziffern-Zoff um hessische Chroniker

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